Kann ich PKV-Beiträge von der Steuer absetzen?

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Haben Sie es schon gewusst? Wenn Sie zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet sind, haben Sie seit dem letzten Jahr zwei Monate mehr Zeit dafür. Doch länger als bis zum 31. Juli sollten Sie die Steuererklärung nicht hinauszögern, sofern Sie keine Zuschläge für eine verspätete Abgabe zahlen wollen. Der Aufwand für eine Steuererklärung dürfte sich aber auch dann lohnen, wenn Sie nicht zu einer Abgabe verpflichtet sind. Denn die Beiträge für Ihre private Kranken- und Pflegeversicherung zählen ebenso wie bspw. Beiträge für eine private Altersvorsorge zu den sogenannten Vorsorgeaufwendungen. Dadurch können Sie sie als Sonderausgaben in der Steuererklärung geltend machen. Das gilt auch für die Beiträge für Ihre privatversicherten Familienangehörigen.

In welchem Umfang kann ich Beiträge für die private Kranken- und Pflegeversicherung steuerlich geltend machen?

Die Beiträge zur Pflegepflichtversicherung werden vollständig steuermindernd angerechnet. Bei der Krankenversicherung berücksichtigt die Finanzverwaltung nur die Beiträge für bestimmte Leistungen. Als Orientierungswert dient dabei eine sogenannte Basiskrankenversicherung (nicht zu verwechseln mit dem Basistarif!), die in etwa den Leistungen in der Gesetzlichen Krankenversicherung entspricht. PKV-typische Versicherungsleistungen, wie z.B. das Einzelzimmer im Krankenhaus oder die Behandlung durch Heilpraktiker, gelten demnach als Mehrleistungen und sind von der Steuerminderung ausgeklammert. Gleiches gilt für eine Krankentagegeldversicherung.

Hinweis: Die Beiträge für solche Mehrleistungen, die über das GKV-Niveau hinausgehen, (Chefarztbehandlung etc.) lassen sich prinzipiell ebenfalls von der Steuer absetzen – als sonstige Vorsorgeaufwendungen. Dies ist allerdings nur dann möglich, wenn die Höchstgrenzen nicht schon durch Ihre Basiskranken- und Pflegeversicherungsbeiträge ausgeschöpft sind. Als Höchstgrenze für sonstige Vorsorgeaufwendungen sind für Arbeitnehmer und Beamte 1.900 Euro sowie für Selbstständige 2.800 Euro verankert. Bei Ehepaaren gilt die entsprechende Grenze für jeden Partner separat.

Wie berechne ich die Höhe der abzugsfähigen PKV-Beiträge?

Das Gute ist: Sie müssen die Höhe der abzugsfähigen PKV-Beiträge nicht selbst berechnen. Privatversicherte erhalten jedes Jahr von ihrem Versicherer eine Bescheinigung des Basisbeitrags, die die Höhe der berücksichtigungsfähigen Ausgaben belegt. Sie müssen also lediglich die genannten Summen bei der Steuererklärung in die Anlage "Vorsorgeaufwand" übertragen. Es empfiehlt sich, die Bescheinigung ebenfalls an Ihren Arbeitgeber weiterzuleiten. Er kalkuliert dann die Beiträge bei der abzuführenden Lohnsteuer ein. Dadurch sinken Ihre Lohnsteuervorauszahlungen.

Die genaue Rechenformel für die steuermindernden Beiträge ist kompliziert und erfolgt nach der Krankenversicherungsbeitragsanteil-Ermittlungsverordnung (KVBEVO). Eine ausführliche Erläuterung mit Rechenbeispiel finden Sie im Artikel "Geld zurück vom Staat" des PKV-Verbandes. Die einfache Faustformel für die steuermindernden PKV-Beiträge lautet: Mindestens 80 Prozent der gezahlten Krankenversicherungsbeiträge erkennt der Staat an.

Hinweis: Wenn Sie eine Beitragsrückerstattung erhalten, müssen Sie diese in der Steuererklärung angeben. Sie verringert im Auszahlungsjahr die absetzbaren Versicherungsbeiträge.

Stand: Februar 2020 (aktualisiert)

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