Zahl der Leistungsbezieher in der Pflegeversicherung steigt deutlich

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Die Zahl der Menschen in Deutschland, die Leistungen aus der Pflegeversicherung erhalten, steigt von Jahr zu Jahr: Seit Einführung der Pflichtversicherung im Jahr 1995 ist sie von 2 Millionen auf inzwischen über 3,4 Millionen angewachsen, wie neue Zahlen des Statistischen Bundesamts belegen (Destatis). Dieser Anstieg ist vor allem darauf zurückzuführen, dass immer mehr geburtenstarke Jahrgänge das Pflegealter erreichen, also auf die Alterung der Gesellschaft.

Nochmals an Dynamik zugelegt hat diese Entwicklung mit der Pflegereform von 2017: Zum 1. Januar 2017 ist das sogenannte Zweite Pflegestärkungsgesetz (PSG II) in Kraft getreten. Durch das Gesetz wurde das dreigegliederte Pflege-Stufenmodell durch die neuen fünf Pflegegrade ersetzt. Dadurch ist der Kreis der anspruchsberechtigten Personen deutlich angewachsen (siehe Grafik). Diese Leistungsausweitung hat laut Destatis maßgeblich zu dem jüngsten Anstieg um über eine halbe Million Leistungsempfänger geführt. Die bundesweite Pflegequote, d.h. der Anteil der pflegebedürftigen Personen an der gleichaltrigen Bevölkerung, stieg damit innerhalb von nur zwei Jahren von 3,5 auf 4,1 Prozent. Ohne das neue Gesetz wäre die Quote nur um 0,2 Prozentpunkte gestiegen.

Ein Blick in die einzelnen Bundesländer zeigt, dass der Osten Deutschlands am meisten von der Umstellung auf die Pflegegrade profitiert hat. Hier ist der Anteil der Pflegebedürftigen an der Bevölkerung am stärksten gestiegen. Die höchsten Pflegequoten verzeichnen die Länder Mecklenburg-Vorpommern (5,7), Thüringen (5,4), Brandenburg (5,3), Sachsen und Sachsen-Anhalt (beide 5,0). Sie liegen mit Niedersachsen (4,9) und dem Saarland (4,6) deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 4,1.

Auch künftig wird die Zahl der Leistungsempfänger in der Pflegeversicherung weiter steigen. Schon in zehn Jahren geht die Generation der sogenannten Babyboomer in ihren wohlverdienten Ruhestand – und damit in die Lebensphase, in der eine Pflegebedürftigkeit zunehmend wahrscheinlicher wird.

August 2019

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