Pflegezusatzversicherungen: Und sie sind doch bezahlbar

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1.959 Euro – so viel müssen Pflegebedürftige zurzeit durchschnittlich pro Monat selbst zahlen, wenn sie in einem Pflegeheim betreut werden. Auch wenn dieser Betrag von Bundesland zu Bundesland, Ort zu Ort und Einrichtung zu Einrichtung variiert: Die Lücke zwischen dem, was die Pflegeversicherung zahlt, und den Gesamtkosten für stationäre Pflege ist groß. Dieser Tatsache scheinen sich die Menschen hierzulande bewusst zu sein: So fürchten 46 Prozent der Befragten einer Allensbach-Erhebung, im Pflegefall nicht ausreichend abgesichert zu sein.

Doch warum sorgen nicht mehr Menschen für die Lücken der Pflegeversicherung vor? Zumal 57 Prozent der Befragten im Pflegefall selbstbestimmt leben und nicht auf staatliche Unterstützung oder die Hilfe von Familie und Freunden angewiesen sein möchten. Ende 2018 gab es aber nur 3,66 Millionen abgeschlossene Pflegezusatzversicherungen. Eine Ursache für die Zurückhaltung dürfte sein, dass die Menschen die Kosten für einen Rundum-Schutz falsch einschätzen. Dies zeigen die Ergebnisse einer Allensbach-Umfrage vom Juni 2019: Knapp 60 Prozent der Befragten trauten sich keine Preisschätzung zu. Jeweils 12 Prozent vermuteten monatliche Prämien von über 100 Euro bzw. über 200 Euro. Der durchschnittlich geschätzte Beitrag für eine volle Absicherung lag bei 161 Euro.

Pflegezusatzversicherung: Prämien deutlich unter 100 Euro möglich

Eine Studie der Rating-Agentur ASSEKURATA zeigt nun: Mit einer privaten Pflegezusatzversicherung kann man die Pflegevorsorge-Lücke zu bezahlbaren Preisen schließen. Wer beispielsweise mit 35 Jahren eine Zusatzversicherung abschließt, kann ab 34 Euro/Monat eine umfassende Absicherung erhalten – mit Verdopplung der gesetzlichen Leistungen bei ambulanter Pflege und einem Pflegemonatsgeld von rund 2.000 Euro bei stationärer Pflege. Im Alter von 45 Jahren ist lediglich der untersuchte Top-Schutz nur noch für über 100 Euro zu versichern. Erst im sechsten Lebensjahrzehnt werden bei einem Neu-Abschluss Monatsbeiträge im dreistelligen Bereich häufiger.

Wie bei anderen Versicherungsangeboten der PKV gilt auch hier durch die Kalkulationsvorschriften: Je früher der Abschluss der Versicherung, desto niedriger der Beitrag. Zudem hat natürlich auch der Leistungsumfang Einfluss auf den Beitrag. Eine Aufstockung auf Vollkasko ist teurer als lediglich eine Verringerung der Vorsorgelücke.

Die Entscheidung für eine Pflegezusatzversicherung sollte nicht auf die lange Bank geschoben werden. Prüfen Sie Ihren Bedarf und Ihre jetzigen finanziellen Möglichkeiten. Dann können Sie ganz unverbindlich verschiedene Angebote einholen.

Übrigens: Die Pflegezusatzversicherungen sind grundsätzlich an die gesetzliche Pflegeversicherung angelehnt. So wurde in den Versicherungsbedingungen z.B. auch von Pflegestufen auf Pflegegrade umgestellt. Sie brauchen also durch künftige gesetzliche Änderungen keine Nachteile zu befürchten.

Februar 2020

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