Die Grippesaison beginnt: Wann die PKV die Impfkosten erstattet

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Alljährlich kommt im Herbst die Grippesaison auf uns zu – und geht an den meisten vorüber. Wenn gesunde Kinder oder Erwachsene sich mit der Grippe anstecken, ist ihre Erkrankung in der Regel zwar unangenehm, aber eher harmlos. Dennoch sollten Sie sich immer bewusst sein, dass die Grippe oder Influenza eine ernstzunehmende Erkrankung ist. Weiterführende Informationen rund um die Grippeerkrankung bietet die Stiftung Gesundheitswissen.

Insbesondere für ältere Menschen und solche mit Vorerkrankungen besteht immer ein höheres Risiko, dass eine Krankenhausbehandlung notwendig wird oder sie sogar versterben.

Hinzu kommt: Die Ansteckungsgefahr und die Schwere der Krankheitsverläufe sind von Jahr zu Jahr unterschiedlich. Das hängt von den jeweils verbreiteten Grippevirus-Typen ab, aber auch von weiteren Faktoren. So haben wohl vor allem die Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie im Winter 2020/2021 verhindert, dass es viele Grippekranke gab. Infolgedessen wird andererseits das Risiko einer stärkeren Grippewelle in diesem Winter höher eingeschätzt.

Wer sollte sich impfen lassen?

Mit der Frage von Nutzen und Risiken möglicher Impfungen befasst sich in Deutschland die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut. Dieses Gremium aus ehrenamtlich tätigen Experten spricht jährlich auf Grundlage der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse Empfehlungen aus, wer sich gegen Grippe impfen lassen sollte.

Laut STIKO ist eine Grippeschutzimpfung für folgende Personengruppen ratsam:

  • Personen ab 60 Jahren
  • Schwangere ab der 14. Schwangerschaftswoche, bei erhöhter gesundheitlicher Gefährdung auch schon früher
  • Menschen jeglichen Alters mit einer erhöhten gesundheitlichen Gefährdung durch ein Grundleiden (z. B. chronische Erkrankung der Atmungsorgane, Herz- oder Kreislaufkrankheiten, Diabetes, Multiple Sklerose, HIV)
  • Bewohnerinnen und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen
  • Menschen, die regelmäßig engen Kontakt mit jemandem aus den oben genannten Risikogruppen haben, z. B. durch einen gemeinsamen Haushalt oder den Beruf.

Außerdem wird eine Impfung Menschen empfohlen, die berufsbedingt ein höheres Ansteckungsrisiko haben oder die Infektion in besonderem Maße weitergeben könnten. Zu diesem Personenkreis gehören unter anderem medizinisches Personal und Beschäftigte in Einrichtungen mit hohem Publikumsverkehr.

Das Robert Koch-Institut rät, die Impfung zwischen Mitte Oktober und Mitte Dezember durchführen zu lassen. Sie kann nach Empfehlung der STIKO zusammen mit einer COVID-19-Impfung verabreicht werden. Allerdings kann es in diesem Fall vermehrt zu Impfreaktionen kommen, weshalb es überaus wichtig ist, dass Sie vorab ausführlich über die möglichen Reaktionen aufgeklärt werden.

Kostenerstattung der Grippeschutzimpfung in der PKV

Für die Kostenerstattung von Schutzimpfungen gibt es in der Privaten Krankenversicherung keine gesetzlichen Vorgaben. Deshalb formulieren die jeweiligen Versicherer ihre Regelungen unterschiedlich.

Viele PKV-Unternehmen folgen den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission und beziehen sich in ihren Tarifbedingungen auch explizit darauf. Gehören Sie zu einer der oben genannten Personengruppen, übernimmt Ihre PKV also grundsätzlich die Kosten für die Impfung gemäß den Versicherungsbedingungen. Andere Versicherer formulieren die Kostenübernahme bei Impfungen frei und schließen nur gegebenenfalls einzelne Gründe wie z. B. Auslandsreisen aus. Der Ausschluss einzelner Impf-Anlässe ist übrigens ebenso bei Bezug auf die STIKO möglich. Im Zweifelsfall sollten Sie deshalb direkt bei Ihrem Versicherer nachfragen, ob die von Ihnen gewünschte Schutzimpfung in Ihrem Tarif versichert ist. Dies gilt auch dann, wenn in Ihren Versicherungsunterlagen Schutzimpfungen überhaupt nicht erwähnt sind. Denn auch in diesem Fall ist eine Kostenübernahme durch die PKV nicht generell ausgeschlossen.

Haben Sie mit Ihrem Versicherer einen Selbstbehalt vereinbart, gilt dieser nicht zwangsläufig auch für die Grippeimpfung: In vielen Tarifen bezieht sich der Selbstbehalt explizit nicht auf Schutzimpfungen und Vorsorgeuntersuchungen. Sie müssen die Kosten für die Impfung dann also nicht selbst tragen, sondern können sie ohne Bedenken an Ihre PKV weiterreichen. Ebenso erfolgt eine mögliche Beitragsrückerstattung häufig unabhängig von erstatteten Kosten für Schutzimpfungen und andere Vorsorgemaßnahmen. Schauen Sie am besten diesbezüglich in Ihren Tarifinformationen nach.

Oktober 2021

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