Privatversichert ins Medizinische Versorgungszentrum (MVZ)

istock: Dean Mitchell

Medizinische Versorgungszentren (MVZ) im Sinne des § 95 SGB V haben in den vergangenen Jahren zunehmend an Bedeutung in der ambulanten Versorgung gewonnen. Insbesondere im zahnärztlichen Bereich ist es seit 2015 zu einem sprunghaften Anstieg an Neugründungen gekommen. Und die Anzahl der MVZ steigt stetig weiter, vor allem die der von Krankenhäusern betriebenen MVZ. Was müssen Privatversicherte bei der Behandlung in einem MVZ beachten?

Was genau ist ein Medizinisches Versorgungszentrum?

Unter dem Begriff „Medizinisches Versorgungszentrum“ im Sinne der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) versteht man eine Einrichtung unter ärztlicher Leitung, in der Ärzte überwiegend als Angestellte tätig sind, seltener auch als Vertragsärzte. Die Anzahl der angestellten Ärzte nimmt insgesamt weiter zu.

Während bis 2015 in jedem MVZ Ärzte mit verschiedenen fachlichen Schwerpunkten tätig sein mussten, sind seitdem auch Gründungen von MVZ zulässig, in denen nur Ärzte einer einzigen Fachrichtung praktizieren, z. B. mehrere Orthopäden.

Medizinische Versorgungszentren befinden sich meist in der Trägerschaft von Vertragsärzten oder Krankenhäusern.

Über den Erwerb zugelassener Krankenhäuser nutzten in den vergangenen Jahren auch Fremdinvestoren die Möglichkeit, über diese bundesweit MVZ gründen zu können („Krankenhaus-MVZ“).

Was gibt es für Privatversicherte im MVZ zu beachten?

Privatversicherte können bei ihrer ambulanten Behandlung problemlos auf Medizinische Versorgungszentren zurückgreifen. Zwar heißt es im Wortlaut der „Musterbedingungen für die Krankheitskosten- und Krankenhaustagegeldversicherung“, dass Versicherten nur die Wahl unter „niedergelassenen“ approbierten Ärzten und Zahnärzten freisteht. Bei dieser Bedingung handelt es sich um eine bewusste Risikobegrenzung, welche die Behandlungsqualität sicherstellen soll. Grundsätzlich wären nach dieser Bestimmung Leistungen von MVZ in der Rechtsform einer GmbH nicht erstattungsfähig. Die PKV-Unternehmen behandeln MVZ-GmbHs aber wie niedergelassene Ärzte, sofern das jeweilige MVZ nach der GOÄ abrechnet. Die Abrechnung und Kostenerstattung der Leistungen von MVZ-GmbHs ist daher völlig unproblematisch

WICHTIG: Ärzte-GmbHs ohne vertragsärztliche Zulassung sind keine MVZ und ihnen auch nicht gleichgestellt. Ihre Leistungen sind aufgrund § 4 Abs. 2 der Musterbedingungen der Privaten Krankenversicherung grundsätzlich nicht erstattungsfähig.

März 2020

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