Abrechnung Ihrer Zahnarztbehandlung

Als Privatpatient erhalten Sie nach der Behandlung eine Rechnung Ihres Zahnarztes auf Grundlage der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ). Der GOZ ist das Gebührenverzeichnis für zahnärztliche Leistungen als Anlage beigegeben. Als Vergütung stehen dem Zahnarzt Gebühren, Wegegeld und Ersatz von Auslagen zu.

Sie sollten die Rechnung Ihres Zahnarztes – wie jede andere Rechnung auch – vor der Bezahlung auf Korrektheit prüfen. Tipps zur Rechnungsprüfung, zum Umgang mit Unstimmigkeiten und eine Musterrechnung finden Sie bei den entsprechenden Punkten im Menü Abrechnung Ihrer Arztbehandlung. Die Ausführungen sind analog auf den Zahnarzt übertragbar.

Die Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) steht hier zum Download bereit oder kann alternativ im Webshop des PKV-Verbands als Druckversion bestellt werden.

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Vergütung zahntechnischer Leistungen

Sind bei Ihrer Behandlung auch zahntechnische Leistungen erforderlich, werden die Kosten der Arbeiten des zahntechnischen Labors als Anlage in Rechnung gestellt.

Das zahntechnische Labor wiederum erstellt seine Rechnung auf Basis der Bundeseinheitlichen Benennungsliste (BEB), eine von der Zahntechnikerinnung festgelegte unverbindliche Kalkulationsgrundlage für die Erbringung zahntechnischer Leistungen.

Da die BEB-Liste aber nur eine von der Zahntechnikerinnung festgelegte unverbindliche Kalkulationsgrundlage ist, kann das Labor auch seine Preise ganz individuell gestalten. Viele private Versicherer haben auch eigene Höchstpreise für Material- und Laborkosten, die sich nicht an der BEB orientieren.

Die Kosten für zahntechnische Leistungen nach BEB liegen häufig deutlich höher als nach dem für gesetzlich Versicherte geltenden Bundeseinheitlichen Leistungsverzeichnis (BEL II). Das BEL wird jedoch nur angewandt, wenn ein gesetzlich Versicherter eine Regelversorgung bekommt. Sobald eine gleichartige (enthält die Regelleistung und eine zusätzliche Leistung) oder andersartige (entspricht nicht der Regelversorgung) Versorgung hergestellt wird, wird im Labor in der Regel die BEB-Liste zugrunde gelegt.

Da bei gleichem Zahndefekt sich beispielsweise die Versorgung mit einer Krone in der Qualität des Materials unterscheidet (z. B. Metall oder Vollkeramik), nicht aber anhand des Versicherungsstatus, sollte auch der gleiche Preis für eine gleiche Leistung in Rechnung gestellt werden.

Sie sollten mit Ihrem Zahnarzt sprechen und gemeinsam ein kostengünstiges Labor auswählen, auch wenn Ihr Zahnarzt – sicherlich zu Recht – vertrauensvoll mit einem bestimmten Labor zusammenarbeitet. Solang in den Laboratorien nach gleichen „deutschen Qualitätsstandards“ gearbeitet wird, ist ein Labor nicht per se besser als ein anderes.

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Rechnungselemente

Leistungen

Durch die auf der Rechnung aufgeführte Leistungsbeschreibung (z. B. Versorgung eines Zahnes durch eine Vollkrone) einschließlich einer verständlichen Bezeichnung des behandelten Zahnes wird die durch den Zahnarzt erbrachte Leistung in einer Art beschrieben, wie sie durch die Gebührenordnung für Zahnärzte vorgesehen ist.

Nummer

Jede zahnärztliche Leistung ist in der GOZ mit einer Nummer, einer so genannten Gebührenposition, hinterlegt. Diese Nummer muss in der Rechnung, die Sie von Ihrem Zahnarzt erhalten, neben der jeweiligen Leistungsbeschreibung aufgeführt sein.

Datum

Das Datum der Leistungserbringung durch den Zahnarzt muss in jedem Fall angegeben werden. Besonders wichtig ist dies zur Klärung der Frage, welches Versicherungsjahr für die Erstattung der Kosten herangezogen wird.

Punktzahl

Jeder zahnärztlichen Leistung ist eine bestimmte Punktzahl zugeordnet. Aufwändigere Leistungen werden mit höheren, weniger aufwändige mit niedrigeren Punktzahlen bewertet.

Punktwert

Die Punktzahl wird mit einem einheitlichen Punktwert (0,0562421 € bzw. 5,62421 Cent) multipliziert.

Einfachsatz

Das Ergebnis aus Punktzahl und Punktwert ergibt den so genannten (Gebühren-)Einfachsatz. Er ist die Grundlage zur Berechnung zahnärztlicher Leistungen.

Ein Beispiel:
Die Einlagefüllung, einflächig (GOZ-Nr. 2150), wird mit 1141 Punkten bewertet. Multipliziert mit dem entsprechenden Punktwert, ergibt sich der Einfachsatz von 1141 x 0,0562421 € = 64,17 €

Steigerungssatz

Je nach Schwierigkeitsgrad und Zeitaufwand wird der Einfachsatz nochmals mit einem Steigerungssatz multipliziert. Im Regelfall sind durch den Zahnarzt Gebühren zwischen dem einfachen und 2,3fachen des (Gebühren-) Einfachsatzes abzurechnen.

Regelhöchstsatz

Das Ergebnis aus dem Einfachsatz und dem maximalen Steigerungssatz (2,3) des Regelfalls ergibt den Regelhöchstsatz.

Den meisten privatzahnärztlichen Rechnungen liegt der Regelhöchstsatz (sowie Höchstsatz; s. u.) zugrunde. Damit werden im Durchschnitt Gebühren berechnet, die deutlich höher sind als die Gebühren zur Behandlung von Versicherten der gesetzlichen Krankenkassen. Der höhere Abrechnungsmodus bei Privatpatienten sollte durch besondere Serviceleistungen gerechtfertigt sein, etwa in Qualität und Dauer des persönlichen Zahnarzt-Patienten-Wechselgesprächs oder bei der schnellen Vergabe von Behandlungsterminen und geringeren Wartezeiten in der Zahnarztpraxis.

Höchstsatz

Der Regelhöchstsatz darf in bestimmten Fällen bis zum 3,5fachen überschritten werden. Hierbei müssen die erbrachten Leistungen hinsichtlich Schwierigkeitsgrad und Zeitaufwand sowie der Umstände bei der Ausführung deutlich vom Regelfall abweichen. Außerdem ist dies schriftlich zu begründen und auf Verlangen näher zu erläutern.

Honorarvereinbarung

Die Gebühren und Steigerungssätze der GOZ sind verbindlich. Jedoch hat der Zahnarzt grundsätzlich die Möglichkeit, die Höchstsätze der GOZ zu überschreiten. Die hierfür erforderliche, abweichende Vereinbarung ist vom Zahnarzt mit dem Patienten zu treffen; und zwar schriftlich und bevor die Leistung erbracht wird.

Eine derartige Vereinbarung muss die Feststellung enthalten, dass Kostenträger, wie z. B. die Private Krankenversicherung, die Vergütung möglicherweise nicht in vollem Umfang erstatten. Weitere Erklärungen darf die Vereinbarung nicht enthalten. Eine nähere zahnmedizinische Begründung für die höhere Vergütung kann vom Patienten verlangt werden.

Analogleistung

Die GOZ enthält die Grundlage dafür, dass der Zahnarzt eine nicht in der GOZ enthaltene Leistung analog einer anderen, in der GOZ enthaltenen Leistung, abrechnen kann. Dies berücksichtigt, dass die GOZ nicht immer den aktuellen Stand der Zahnmedizin abbildet, und gibt die Möglichkeit, neue Behandlungsmethoden zu bewerten.

Laut GOZ (§ 6 Abs. 2) können nur selbständige zahnärztliche Leistungen, die nicht im Gebührenverzeichnis aufgeführt sind, entsprechend einer nach Art, Kosten- und Zeitaufwand gleichwertigen Leistung des Gebührenverzeichnisses berechnet werden. Die Leistung muss selbständigen Charakter haben, d. h. Teilschritte einer anderen Leistung oder Modifikationen einer in der GOZ enthaltenen Leistung können analog nicht berechnet werden. Falls eine analoge Berechnung in Frage kommt, ist eine GOZ-Leistung als Referenz zu wählen, die der erbrachten Leistung so nahe wie möglich kommt (nach Art, Kosten- und Zeitaufwand).

Auf Ihrer Rechnung muss die analoge Leistung mit „entsprechend“ gekennzeichnet, verständlich beschrieben und mit Nummer und Bezeichnung der als gleichwertig betrachteten Leistung versehen werden.
Außerdem muss, gemäß Behandlungsvertrag, die gestellte Diagnose angegeben werden.

Zahntechnische Leistungen/Zahnlabor

Auslagen für zahntechnische Leistungen, die nicht durch die GOZ abgegolten sind, können vom Zahnarzt in Rechnung gestellt werden. Dabei ist der Betrag und die Art der einzelnen Auslage zu belegen, gegebenenfalls auch die Bezeichnung, das Gewicht und der Tagespreis verwendeter Legierungen oder bei Auftragsleistungen eine entsprechende Rechnung des Dentallabors beizufügen.

Übersteigen die voraussichtlich entstehenden Kosten einen Betrag von € 1.000, hat der Zahnarzt dem Patienten einen Kostenvoranschlag anzubieten.

Gesondert berechnungsfähige Kosten

In der GOZ sind gesondert berechnungsfähige Kosten angegeben. Diese sind inklusive Art, Menge und Preis der verwendeten Materialien auf der Rechnung anzugeben und auf Verlangen dem Zahlungspflichtigen näher zu erläutern.

Minderung

Bei stationärer, teilstationärer sowie vor- und nachstationärer zahnärztlicher Behandlung sind die nach der GOZ berechneten Gebühren um 25 % zu mindern (15 % bei Belegzahnärzten oder niedergelassenen anderen Zahnärzten).

Berechnung nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ)

Bestimmte Leistungen berechnet der Zahnarzt nach den Vorschriften der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ): Einzelne Leistungen aus den Abschnitten B (Allgemeine/Spezielle Beratungen und Untersuchungen sowie Zuschläge darauf), C (Nichtgebietsbezogene Sonderleistungen, z. B. Verband anlegen oder Blutentnahme), E (Physikalisch-Medizinische Leistungen), J (Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde), L (Chirurgie, Orthopädie), M (Laboratoriumsuntersuchungen), N (Histologie, Zytologie und Zytogenetik) sowie O (Strahlendiagnostik, Nuklearmedizin, Magnetresonanztomographie und Strahlentherapie) der GOÄ.

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