Organspende in Deutschland

Die Private Krankenversicherung unterstützt das politische Ziel, dass mehr Menschen in Deutschland ihre Bereitschaft zur Organspende in einem Organspendeausweis dokumentieren. Denn obwohl es in Deutschland prinzipiell eine hohe Spendebereitschaft gibt, haben sich nur wenige Menschen klar für die Verwendung ihrer Organe nach dem Tod entschieden. So standen laut der repräsentativen Befragung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) 2020 zwar 82 Prozent der Deutschen einer Organ- und Gewebespende positiv gegenüber. Doch nur 44 Prozent der Befragten haben eine Entscheidung – für oder gegen eine Organspende – in einem Organspendeausweis oder einer Patientenverfügung festgehalten. Nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) spendeten 2020 in Deutschland 913 Menschen nach ihrem Tod Organe, die Zahl der gespendeten Organe lag bei 2.941. Ende 2020 warteten über 9.400 Menschen auf eine Organspende.

Damit sich die Deutschen in Zukunft intensiver mit dem Thema befassen, hat der Bundestag im Januar 2020 über Parteigrenzen hinweg eine erweiterte Zustimmungslösung beschlossen. Die neue Regelung soll allerdings erst 2022 in Kraft treten.

Aktuelle gesetzliche Regelung zur Organspende

Der Gesetzgeber will, dass jeder motiviert wird, sich ausführlich mit der Organ- und Gewebespende auseinanderzusetzen und eine unabhängige Entscheidung zu treffen. Eine wichtige Rolle schreibt das Gesetz dabei den gesetzlichen Krankenkassen und den Unternehmen der Privaten Krankenversicherung zu: Sie sollen alle Versicherten, die das 16. Lebensjahr vollendet haben, regelmäßig und umfassend über das Thema Organspende informieren.

Deshalb werden auch Privatversicherte alle zwei Jahre angeschrieben, um eine freiwillige Entscheidung zur Organ- und Gewebespende anzuregen. Auf diese Weise wird die Organspende in Erinnerung gerufen, aber zugleich niemand dazu gezwungen, eine Entscheidung zu treffen. Allerdings: Nur wer sich selbst entscheidet und seinen Entschluss auch bekundet – ob für oder gegen eine Spende nach dem Tod –, kann seinen Angehörigen im Todesfall eine zusätzliche Belastung ersparen. Denn sie müssen die Entscheidung treffen, wenn keine eindeutige Erklärung des Verstorbenen zur Organ- und Gewebespende vorliegt.

Die PKV-Unternehmen stellen ihren Versicherten kostenlos Organspendeausweise zur Verfügung. Interessierte können ihn aber auch auf der Internetplattform organspende-info.de der BZgA herunterladen oder bestellen. Dort finden sie auch umfassende Informationen zur Organspende.

Die Verteilung von Organen erfolgt ausschließlich nach medizinischen Kriterien wie der Dringlichkeit und Erfolgsaussicht der Transplantation. Wie eine Patientin oder ein Patient auf der Warteliste krankenversichert ist, spielt bei der Organvergabe keine Rolle.

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