Wie zufrieden sind pflegende Angehörige?

 

Familien und Angehörige sind der „größte Pflegedienst Deutschlands“. 80 Prozent der Pflegebedürftigen werden zu Hause gepflegt. Aber wie zufrieden sind pflegende Angehörige? Gemeinsam mit dem Forschungszentrum Generationenverträge der Universität Freiburg ist der PKV-Verband dieser Frage nachgegangen und hat eine große Erhebung durchgeführt. Dabei wurden über 3.000 Beratungssuchende durch die private Pflegeberatung „compass“ nach ihrer Lage befragt.

Pflege kann Zufriedenheit beeinträchtigen 

Pflege und damit die Verantwortung für eine pflegebedürftige Person zu übernehmen, kann die Lebenszufriedenheit merklich beinträchtigen. So haben Menschen, die Angehörige zu Hause pflegen, ihre allgemeine Zufriedenheit auf einer Skala von 0 bis 10 (0 - Ganz und gar nicht zufrieden und 10 – Ganz und gar zufrieden) mit einem Durchschnittswert von 6,1 Punkten bewertet. Zum Vergleich: Das durchschnittliche Zufriedenheitsniveau der Gesamtbevölkerung liegt bei 7,1 Punkten.

Hauptsächlich pflegen Frauen

Die Ergebnisse der Befragung bestätigen auch, dass die Pflegeleistung bzw. die häusliche Pflege vor allem von Frauen erbracht wird. Demnach sind zwei Drittel der pflegenden Angehörigen weiblich. In der häuslichen Pflege zeigt sich demzufolge eine deutlich ungleiche Geschlechterverteilung.

Pflegende und Pflegebedürftige sind häufig über 60

Der Blick auf die Altersverteilung der Pflegenden und Pflegebedürftigen zeigt, dass von den pflegenden Angehörigen – häufig sind es die (Ehe-)Partner - zwei Drittel bereits 60 Jahre und älter sind. Unter den Pflegebedürftigen liegt dieser Anteil mit drei Viertel noch etwas höher. Dabei lässt sich erahnen, dass es zunehmend zwei Generationen „Alt“ gibt – zum einen die Hochaltrigen, die gegebenenfalls pflegebedürftig sind, und zum anderen die „jungen“ Alten, die gegebenenfalls pflegend tätig sind.

Die Situation der familiären Pflege weiter verbessern

Pflegende Angehörige leisten einen erheblichen Beitrag zur Wahrung und Verbesserung der Lebensqualität ihrer Pflegebedürftigen. Aus diesen Gründen sollten Probleme und Sorgen von pflegenden Angehörigen nicht leichtfertig abgetan werden. Ziel dieser Erhebung ist es, besonders auf die Bedürfnisse dieser Personengruppe zu achten. Wenn die grundsätzlich hohe Pflegebereitschaft der Angehörigen mittel- und langfristig erhalten bleiben soll, muss auch deren Lebensqualität und Zufriedenheit von öffentlichem Interesse sein. 

Das 'Pflege-Barometer' zeigt aber auch, dass sich durch entsprechende Pflegevorsorge der Zufriedenheitswert verbessert. Befragte, die Vorsorge betreiben, gaben mit im Durchschnitt 6,2 Punkten eine wesentlich höhere Zufriedenheit an als Befragte, die keine Vorsorge getroffen haben (5,7 Punkte). Es deutet sich also an: Pflegevorsorge zahlt sich aus.

Zum Pflege-Barometer

 

Mai 2021

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