WHO-Leitlinie: drei Ratschläge, um Demenz vorzubeugen

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Ob man im Alter Demenz bekommt oder nicht, ist nicht nur dem Schicksal überlassen. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) kann man einiges zur Vorbeugung dagegen tun.

Erstmals hat die WHO Ratschläge zur Demenz-Prävention in einer evidenzbasierten Leitlinie veröffentlicht. Sie beruht auf einer Analyse einer Vielzahl von wissenschaftlichen Studien.

Die wichtigsten drei Empfehlungen der Weltgesundheits-Experten: mehr Bewegung, gesunde Ernährung und mit dem Rauchen aufzuhören.

Volkskrankheit Demenz

Mehr als 50 Millionen Menschen weltweit leiden an Demenz, allein in Deutschland sind es fast zwei Millionen. Bis 2050 wird sich die Zahl der weltweit Erkrankten laut den Autoren der Leitlinie verdreifachen. Jedes Jahr gibt es weltweit zehn Millionen Neuerkrankungen.

Die wirtschaftlichen Kosten der Krankheit schlagen weltweit mit 818 Milliarden Euro zu Buche – das ist mehr als das Doppelte des Haushaltes der Bundesrepublik Deutschland.

Zwar gibt es noch kein Heilmittel gegen Demenz. Über eine gesunde Lebensführung lässt sich der Ausbruch der Erkrankung aber verzögern oder im Verlauf verlangsamen.

Darüber hinaus wirken sich die Risikofaktoren für Demenz auch auf eine Vielzahl anderer Erkrankungen aus. Mit dem Rauchen aufzuhören – oder sich mehr zu bewegen – kann bekanntermaßen auch das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich senken.

Risikofaktoren der Demenz

Das Alter ist der stärkste Risikofaktor der Demenz, sie ist aber keine natürliche Folge des Alterns. Viele Menschen erreichen ein hohes Lebensalter, ohne je an Demenz zu erkranken.

Es spielen nämlich auch diverse Faktoren eine Rolle, die dem Lebensstil zuzurechnen sind. Dazu zählen vor allem wenig Bewegung, das Rauchen, eine ungesunde Ernährungsweise und Alkoholmissbrauch.

Auch medizinische Risikofaktoren beziehungsweise Vorerkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes, erhöhte Cholesterinwerte, Adipositas und Depression stehen im Verdacht, den Ausbruch einer Demenz zu begünstigen.

Ratschläge der Experten

Die WHO unterteilt ihre Empfehlungen in „starke“ und „eingeschränkte“ Empfehlungen und gibt außerdem an, wie sie die Qualität der wissenschaftlichen Beweise einschätzt.

Sie empfiehlt dabei im Einzelnen:

Starke Empfehlungen

An erster Stelle der Präventions-Tipps steht die körperliche Aktivität bei gesunden Erwachsenen. Eine weitere „starke“ Empfehlung ist ein Rauchverzicht.

Ebenfalls stark rät die WHO davon ab, Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin B, E und mehrfach ungesättigten Fettsäuren zur Prävention von Demenz einzunehmen. Diese haben sich offenbar als wirkungslos erwiesen.

Eingeschränkte Empfehlungen

Als weniger starke Empfehlungen rät die WHO auch bei bereits vorhandenen, leichten kognitiven Beeinträchtigungen zu körperlicher Aktivität.

Außerdem empfiehlt sie eine gesunde Ernährungsweise (mediterran oder allgemein ausgewogen), die Reduzierung riskanten Trinkverhaltens, die Reduzierung von Übergewicht und ein gutes „Management“ von Diabetes, erhöhten Cholesterinwerten und Bluthochdruck. Für letztere beide Erkrankungen hat die WHO ebenfalls schon Leitlinien veröffentlicht.

Bezogen auf Depressionen und soziale Aktivitäten liegen der WHO dagegen bislang noch nicht genug gesicherte Erkenntnisse vor, um eine klare Empfehlung auszusprechen.

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