Warum wir Gesundheitsrisiken falsch einschätzen

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Die Gesundheitsnachrichten Anfang 2020 werden dominiert vom Ausbruch des neuartigen Coronavirus in China. Der bislang unbekannte Erreger ruft auch hierzulande Ängste hervor. Nachdem in Starnberg das Virus erstmalig bei einem Patienten in Deutschland nachgewiesen wurde, waren in München innerhalb kurzer Zeit die Atemschutzmasken ausverkauft, meldete die Abendzeitung.

Wie hoch das Erkrankungsrisiko in Bayern ist und als wie gefährlich das Coronavirus einzustufen ist, war zu diesem Zeitpunkt unklar. Mittlerweile hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zwar die Ausbreitung des Virus als globalen Notfall eingestuft. Dies ist allerdings mit Blick auf Länder mit schwachem Gesundheitssystem geschehen. Das Robert Koch-Institut sieht für die Menschen in Deutschland weiterhin nur eine geringe Gefahr (Stand: 30.01.2020). Für die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit hat das aber offensichtlich nur eine geringe Bedeutung, wie der Ausverkauf von Atemschutzmasken zeigt.

Wie die Stiftung Gesundheitswissen in ihrem neuen Magazin kompetent ausführt, ist dies ein typisches Verhalten: Der Mensch fürchtet sich eher vor Risiken, die er nicht aus Erfahrung kennt, als vor solchen, die ihm vertraut sind. Zum Beispiel nehmen die Risikogruppen die jährlich empfohlene Grippeschutzimpfung nur unzureichend wahr. Das trifft selbst auf Krankenhauspersonal zu: Nur rund 40 Prozent von 1.200 befragten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zweier Universitätsklinken waren nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) gegen Grippe geimpft. Dabei handelt es sich bei Grippe um eine ernstzunehmende Erkrankung. Die besonders schwere Grippewelle 2016/2017 forderte laut RKI allein in Deutschland fast 23.000 Todesopfer.

Mangelhafte Gesundheitsinformationen vs. gesicherte Informationen

Hinzu kommt ein weiteres Problem: Uns stehen zwar durch das Internet heute viele Informationen zur Verfügung, jedoch sind diese nicht zwangsläufig alle korrekt oder aussagekräftig. Es ist nicht auf den ersten Blick ersichtlich, ob ein Text gut recherchiert ist, wissenschaftlich fundiert ist. Zudem können Fakten so dargestellt werden, dass sie die Wirklichkeit verzerren. Es macht einen Unterschied, ob man schreibt: „Die Zahl der an Grippe Erkrankten in unserer Straße hat sich verdreifacht“ oder „Frau X hat ihre beiden Töchter mit Grippe angesteckt“.

Um dem entgegenzuwirken, bietet die Stiftung Gesundheitswissen in ihrem Internetauftritt umfassende und gesicherte Informationen rund um das Thema Gesundheit. Dazu gehören ebenso Fragen über „Gesundes Leben“ wie auch „Krankheiten von A-Z“, erläutert durch Texte und Videos. Ein neues Angebot der Stiftung ist ihr Magazin kompetent“. In der ersten Ausgabe stellt sich die Stiftung ausführlich vor. Sie zeigt die Herausforderungen (wie eine verschobene Risikowahrnehmung), wie sie aufgestellt ist und wie die Gesundheitsinformationen erstellt werden. Und sie gibt auch Tipps, wie man andere seriöse Quellen im Dschungel des World Wide Web erkennen kann.

Sie können das Magazin „kompetent“ als PDF herunterladen oder auch als Broschüre bestellen.

Januar 2020

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