Vergünstigte FFP2-Masken für Corona-Risikogruppen

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Nachdem die Verteilung kostenloser FFP2-Masken zum 6. Januar 2021 abgeschlossen worden ist, erfolgt nun sukzessive die vergünstigte Abgabe weiterer Schutzmasken an dieselben Risikogruppen. Grundlage für diese Verteilaktion an 34 Millionen Menschen ist die Coronavirus-Schutzmasken-Verordnung (Download) des Bundesgesundheitsministeriums. Die Verordnung gilt für gesetzlich Versicherte und Privatversicherte gleichermaßen. Hier erfahren Sie, ob Sie zu den Risikogruppen gehören und wo Sie die Masken zu welchen Bedingungen abholen können.

Welche Personen gehören zu den relevanten Risikogruppen?

Das Risiko eines schweren Covid-19-Verlaufs ist für Personen im höheren Alter und mit Vorerkrankungen besonders hoch. Auch Frauen mit einer Risikoschwangerschaft sind bei einer Corona-Infektion stark gefährdet. Nach der Coronavirus-Schutzmasken-Verordnung haben deshalb folgende Personengruppen einen Anspruch auf kostenlose und vergünstigte Masken:

  • Menschen mit Wohnsitz in Deutschland, die mindestens 60 Jahre alt sind.

Wer unter sechzig ist, hat Anspruch auf die Masken, wenn mindestens einer der folgenden Risikofaktoren vorliegt:

  • chronisch obstruktive Lungenerkrankung oder Asthma bronchiale,
  • chronische Herzinsuffizienz,
  • chronische Niereninsuffizienz Stadium ≥ 4,
  • Demenz oder Schlaganfall,
  • Diabetes mellitus Typ 2,
  • aktive, fortschreitende oder metastasierte Krebserkrankung oder stattfindende Chemo- oder Radiotherapie, welche die Immunabwehr beeinträchtigen kann,
  • stattgefundene Organ- oder Stammzellentransplantation,
  • Trisomie 21,
  • Risikoschwangerschaft.

Wie und wann erhalten die Risikogruppen die FFP2-Masken?

Im neuen Jahr erhalten alle Berechtigten von der Bundesregierung zwei fälschungssichere Coupons für jeweils sechs Masken. Die Coupons werden von der Bundesdruckerei produziert und dann an die gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen geliefert, die sie an ihre Versicherten versenden. Der Druck der Gutscheine läuft noch, die ersten Lieferungen an die Versicherungen sind aber schon erfolgt. Bis zum 15. Januar soll der erste Schwung von rund 1,2 Mio. Briefen an Privatversicherte abgeschlossen sein.

Insgesamt werden etwa 3,7 Mio. Sendungen an Privatversicherte notwendig sein. Hierfür sind drei Phasen vorgesehen:

  1. Versand an Versicherte ab 75 Jahren
    voraussichtlich bis 15. Januar
  2. Versand an Versicherte ab 70 Jahren und solche, die wegen der oben genannten Risikofaktoren angeschrieben werden
    schnellstmöglich nach Erhalt der Coupons aus der Bundesdruckerei (etwa ab 20. Januar)
  3. Versand an Versicherte ab 60 Jahren
    voraussichtlich bis Mitte Februar, Erhalt der Coupons aus der Bundesdruckerei soll Anfang Februar beginnen

Die Versicherten können die Coupons danach in zwei klar definierten Zeiträumen im neuen Jahr ebenfalls in den Apotheken einlösen. Diese Gültigkeitszeiträume sollen einen Ansturm auf die Apotheken verhindern sowie die Belieferung und eine geordnete Abholung sicherstellen. In der Apotheke zahlen die Anspruchsberechtigten pro eingelöstem Coupon einen Eigenanteil von 2 Euro hinzu (eine Maske kostet 6 Euro).

Wer trägt die Kosten für die kostenlosen und vergünstigten FFP2-Masken?

Die Bundesregierung rechnet angesichts von mehr als 27 Millionen Personen mit einem Anspruch auf insgesamt 15 Schutzmasken mit Kosten in Höhe von rund 2,5 Milliarden Euro, die aus Steuermitteln finanziert werden sollen.

Maskenpflicht im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und im Einzelhandel

Nach dem jüngsten Beschluss von Bundes- und Landesregierungen am 19. Januar wird das Tragen medizinischer Schutzmasken – neben den erwähnten FFP2-Masken zählen dazu auch die sogenannten OP-Masken – im ÖPNV sowie im Einzelhandel verpflichtend. Eine vergleichbare Regel war zunächst in Bayern in Kraft getreten, allerdings reichen in Bayern keine einfachen OP-Masken, im Freistaat sind FFP2-Masken verpflichtend. Die Finanzierung der Masken kann dabei durchaus unterschiedlich geregelt sein. Bayern etwa stellt diese für Bedürftige kostenlos über die Kommunen zur Verfügung, andere Länder erwägen ebenfalls eine kostenlose Abgabe zumindest an Bedürftige. Eine Kostenerstattung für medizinische Schutzmasken durch die Private Krankenversicherung kommt hingegen grundsätzlich nicht in Betracht, da hier keine Maßnahmen zur Behandlung einer Krankheit betroffen sind.

Eine Übersicht der unterschiedlichen Maskentypen finden Sie auf der Website des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte.

Warum sind FFP2-Masken so wirksam?

FFP2-Masken sind partikelfiltrierende Halbmasken und gehören zur persönlichen Schutzausrüstung im Rahmen des Arbeitsschutzes. Sie kommen zum Beispiel bei medizinischen Behandlungen von Corona-Infizierten und Patientinnen, die unter Verdacht stehen, an Covid-19 erkrankt zu sein, zum Einsatz. Sie schützen, indem sie besonders wirksam Partikel, Tröpfchen und Aerosole aus der Luft filtern, die ein- und ausgeatmet wird. Hersteller müssen die Masken vor der Zulassung einem Test unterziehen, bei dem mindestens 94 Prozent der Testaerosole herausgefiltert werden müssen. Ausführliche Informationen finden Sie auf der Website des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte.

Januar 2021

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