Private Pflegevorsorge günstiger als gedacht

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Fast 2.100 Euro im Monat mussten Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen zum 1. Januar 2021 im Schnitt aus eigener Tasche zahlen. Dass die Pflegeversicherung als Teilkaskoversicherung nur für einen Teil der Pflegekosten aufkommt, ist vielen Menschen nicht bewusst. Für den Eigenanteil, die sogenannte Pflegelücke, müssen Pflegebedürftige selber aufkommen. Und die Kosten für Pflege, Unterkunft, Verpflegung und Investitionen sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Zum Vergleich: Ein Jahr zuvor lag der Eigenanteil noch bei 1.958,60 Euro.

Viele Menschen überschätzen die Kosten für eine Pflegezusatzversicherung

Wer im Pflegefall umfassend abgesichert sein will, muss also privat vorsorgen – zum Beispiel mit einer Pflegezusatzversicherung. Die unabhängige Ratingagentur Assekurata hat im Februar die Preise und Leistungen von Pflegezusatzversicherungen analysiert. Die Experten wollten herausfinden, wie hoch die Beiträge ausfallen, um die Pflegelücke zu schließen. Die Ergebnisse der Marktanalyse dürften viele überraschen, denn die zusätzliche Absicherung für den Pflegefall ist deutlich preiswerter ist als die meisten Menschen glauben.

In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Allensbach gingen die Befragten im Durchschnitt davon aus, dass eine Pflegezusatzversicherung 235 Euro im Monat kosten würde. Nach ihren finanziellen Möglichkeiten befragt, gaben die Teilnehmer im Durchschnitt an, 98 Euro pro Monat für die private Pflegevorsorge ausgeben zu können.

Die tatsächlichen Kosten sind weitaus günstiger: So kann ein 25-Jähriger bereits ab 21 Euro im Monat mit einer Pflegetagegeldversicherung sein Budget bei ambulanter Pflege nahezu verdoppeln und die derzeitige durchschnittliche Pflegelücke von ca. 2.100 Euro bei stationärer Pflege komplett schließen. Selbst im Alter von 55 Jahren ist dieses Absicherungsniveau noch für unter 100 Euro pro Monat zu haben. Grundsätzlich gilt: Je früher eine Pflegezusatzversicherung abgeschlossen und mit dem Aufbau von Alterungsrückstellungen begonnen wird, desto geringer fällt der zu zahlende Beitrag aus.

Vielfältige Tarifwelt: Pflegezusatzversicherungen für den persönlichen Bedarf

Private Pflegezusatzversicherungen werden als Pflegetagegeldversicherung, Pflegekostenversicherung, Pflegerentenversicherung oder als staatlich geförderte ergänzende Pflegeversicherung (Pflege-Bahr) angeboten. Bei den meisten Unternehmen besteht für den Abschluss der Versicherung in der Regel ein Höchstalter zwischen 55 und 70 Jahren. Eine genaue Bedarfsermittlung vor Vertragsabschluss ist wichtig. Dabei spielt die bevorzugte Art und Weise der Pflege (zu Hause oder in einer stationären Einrichtung) eine große Rolle.

Nutzen Sie für die Ermittlung der Pflegekosten in Ihrer Region die Pflegesuche von compass private pflegeberatung.

Stand: Mai 2021

 

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