PKV zahlt ärztliche Aufklärung über Organspende

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Am 4. Juni ist Tag der Organspende. Repräsentative Befragungen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zeigen auch dieses Jahr: Die meisten Menschen in Deutschland (84 Prozent) sind der Organspende gegenüber positiv eingestellt. Jedoch haben nur rund 60 Prozent der Befragten eine Entscheidung getroffen, ob sie Organe spenden würden oder nicht. Passend dazu ist mit 44 Prozent die Zahl derjenigen groß, die gerne mehr Informationen zum Thema Organspende hätten.

Wo Sie Informationen zur Organspende erhalten können

Bereits 2020 hat der Gesetzgeber beschlossen, die Aufklärung über die Organ- und Gewebespende stärker voranzutreiben. Deshalb erhalten Sie zum Beispiel alle fünf Jahre von Ihrer privaten Krankenversicherung ein ausführliches Schreiben und einen Organspendeausweis, den Sie selbst ausfüllen können.

Informationen im Internet
Die BZgA informiert auf
organspende-info.de umfassend zum Thema, während die vom PKV-Verband gegründete Stiftung Gesundheitswissen leicht verständlich 10 wichtige Fragen zur Organspende beantwortet.

Auch Ihre Hausärztin oder Ihr Hausarzt sollte Sie regelmäßig darauf hinweisen, dass Sie eine Erklärung zur Organspende abgeben können. Im Zuge dessen können Sie eine ausführliche Beratung erhalten. Da diese besondere Gesprächsleistung nicht in der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) enthalten ist, haben sich PKV-Verband, Beihilfe und Bundesärztekammer auf eine Empfehlung für eine Analogabrechnung geeinigt:

Ihr Arzt oder Ihre Ärztin kann auf der Rechnung zusätzlich neben allgemeinen Gesprächsleistungen die „Beratung zur Organ- und Gewebespende nach § 2 Abs. 1b i.V.m. 1a TPG“ mit der GOÄ-Nr. 3 analog – Eingehende Beratung, auch telefonisch aufführen. Bei 2,3fachem Steigerungssatz ergibt sich ein Betrag von 20,11 Euro.

Das Beratungsgespräch muss mindestens 10 Minuten dauern und kann innerhalb von zwei Jahren nur einmal berechnet werden. Ihre private Krankenversicherung erstattet Ihnen die Kosten entsprechend Ihrem Versicherungsvertrag.

Wichtig: Mit einem Organspendeausweis verhindern Sie, dass Ihre Angehörigen in einer belastenden Notsituation die Entscheidung treffen müssen, ob sie Ihre Organe freigeben.

Juni 2022

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