„Monitor Patientenberatung 2018“: Fragen zu Patientenrechten nehmen zu

Ratsuchende können sich dank der mobilen Beratung auch vor Ort beraten lassen. © UPD / Ausserhofer

 Anfang dieser Woche stellten die Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Claudia Schmidtke, und der Geschäftsführer der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD), Thorben Krumwiede, gemeinsam den „Monitor Patientenberatung 2018“ vor.

„Der Monitor zeigt auf, wie Patientinnen und Patienten unser Gesundheitswesen in der Praxis erleben und in welchen Bereichen sie Beratungs- und Informationsbedarf haben“, sagte Schmidtke auf der diesjährigen Pressekonferenz zu den Zielen des Berichts. Die Erfahrungen und Bedürfnisse der Patienten sollen Hinweise darauf geben, wie sich das Gesundheitssystem patientenorientierter gestalten lässt.    

Der Bericht beruht auf 128.586 Beratungsgesprächen, die die Experten der UPD im Jahr 2018 durchführten und dokumentierten. Insgesamt sank die Zahl der Beratungen im Vergleich zum Vorjahr um etwa 17 Prozent. Das lag laut UPD vor allem an den neuen Datenschutzvorgaben: Überdurchschnittlich viele Anrufer hätten bereits während der automatischen Datenschutzhinweise zu Beginn das Telefonat beendet.       

Rechtsberatungen führen das Beratungsgeschehen deutlich an

Die Ratsuchenden fragten in rund 64 Prozent der Fälle eine rechtliche Beratung nach. Besonders hoher Beratungsbedarf bestand für Patienten bei den Leistungsansprüchen gegenüber Kostenträgern. Die UPD-Experten führten zu diesem Thema 40.294 Beratungen durch. Auffällig ist, dass trotz sinkender Anrufe im Gesamten die Zahl derjenigen Anrufer zunahm, die sich zu Patientenrechten informierten. „Auch sechs Jahre nach der Bündelung der Patientenrechte im Bürgerlichen Gesetzbuch sind die klaren Ansprüche der Patienten ausweislich unserer Beratungserfahrung im System noch immer nicht überall angekommen“, kommentiert Thorben Krumwiede, Geschäftsführer der UPD, die Entwicklung.

Die restlichen Anfragen teilen sich in jeweils gleichen Maße auf allgemeine und medizinische Fragestellungen auf. Um medizinischen Rat bemühten sich die Menschen am stärksten auf der Suche nach geeigneten Leistungserbringern. In vielen Fällen erhielten sie auch bei psychosozialen Problemstellungen Unterstützung. Darüber hinaus thematisierten die Beratungen nahezu das gesamte Spektrum der medizinischen Fachbereiche. Wobei besonders Informationen zu Impfungen und Reisemedizin nachgefragt wurden.  

Patientenberatung für alle Patienten: Wo ich Antworten auf meine Fragen finde

Die UPD bietet allen ratsuchenden Menschen – egal ob gesetzlich, privat versichert oder nicht versichert – kostenfreie Beratung zu allgemeinen, rechtlichen und medizinischen Fragen rund um das Gesundheitswesen an. Dafür stehen den Ratsuchenden Sozialversicherungsexperten, Juristen und medizinische Fachberater zur Seite. Das Angebot versteht sich als unabhängig und neutral, evidenzbasiert, kompetent und verständlich.

Zudem bietet die UPD ein fremdsprachiges Beratungsangebot in Russisch, Türkisch und Arabisch an. Dieses Angebot wird durch den Verband der Privaten Krankenversicherung unterstützt.

Finden Sie die richtigen Beratungsmöglichkeiten! 

Juni 2019

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