Hygienepauschale: Corona-Sondervergütung für Ärzte

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Um ihre Patientinnen und Patienten auch während der Corona-Pandemie gut versorgen zu können, müssen Arztpraxen neue Herausforderungen bewältigen. Dazu gehören unter anderem außerordentliche Hygienemaßnahmen. Der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) und die Bundesärztekammer (BÄK) haben deshalb bereits im Frühjahr eine Sondervergütung für die Ärzteschaft vereinbart.

Bis zum 31. März 2021 können Ärztinnen und Ärzte in der ambulanten Versorgung für jeden unmittelbaren Arzt-Patientenkontakt eine Hygienepauschale in Höhe von 6,41 Euro (analog Nr. 245 GOÄ zum 1-fachen Satz) abrechnen. Damit erhalten sie für ihren Mehraufwand eine ähnliche Extravergütung wie die Zahnärzteschaft. Seit dem 9. April 2020 gelten bereits zwischen PKV und Ärzteschaft vereinbarte Sondervergütungen im Zusammenhang mit der Corona-Epidemie. Bis Ende September lag die Hygienepauschale bei 14,75 Euro (analog Nr. 245 GOÄ zum 2,3-fachen Satz).

Wird in der Rechnung die genannte Nr. 245 GÖA analog aufgeführt, kann der Arzt bzw. die Ärztin nicht zugleich mit Hinweis auf einen erhöhten Hygieneaufwand für die erbrachten Leistungen den 2,3-fachen Gebührensatz überschreiten. Weitere Informationen zu den Abrechnungsmodalitäten erhalten Ärzte auf der Internetseite der Bundesärztekammer.

Keine Hygienepauschale bei wahlärztlichen Leistungen im Krankenhaus

Bei stationärer Behandlung kann die vereinbarte Hygienepauschale nicht für ärztliche Leistungen abgerechnet werden. Hintergrund ist, dass im Krankenhausentgeltgesetz (KHG) bereits Ausgleichszahlungen aufgrund von Sonderbelastungen durch das neuartige Coronavirus festgelegt wurden. Diese Regelung gilt für alle Krankenhäuser, die für die Behandlung von gesetzlich Versicherten zugelassen sind.

Telemedizinische Leistungen in der Psychotherapie ohne persönlichen Erstkontakt

Nicht nur die Hygienepauschale wurde verlängert, auch die Vereinbarung rund um die Erbringung von telemedizinischen Leistungen in der Psychotherapie gilt nun bis zum 31.März 2021. Psychotherapeutinnen und -therapeuten können in diesem Zeitraum auf den sonst erforderlichen unmittelbaren persönlichen Erstkontakt unter Berücksichtigung der für sie geltenden berufsrechtlichen Vorgaben mit dem Patienten verzichten. Voraussetzung ist, dass sich die Vermeidung eines persönlichen Kontakts aus den Umständen im Rahmen der COVID-19-Pandemie ergibt.

Privatversicherte sollten ihre Arztbesuche nicht aus Sorge vor Ansteckungen aufschieben oder absagen. Gerade Menschen mit chronischen Erkrankungen benötigen die regelmäßige ärztliche Betreuung, sonst erhöhen sie ihre gesundheitlichen Risiken. Auch alle anderen sollten bei akuten Beschwerden die ärztliche Untersuchung keinesfalls hinauszögern. Wichtige Vorsorgeuntersuchungen sollten nicht lange aufgeschoben werden, weil zu spät entdeckte Krankheiten umso schwerer zu bewältigen sind und zu dauerhaften gesundheitlichen Schäden führen können.

Der PKV-Verband weist gegenwärtig mit einer Kampagne auf die Wichtigkeit von Arzt-Terminen hin: Bitte Arzt-Termine wahrnehmen!

Update: 18. Dezember 2020

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