Das ändert sich 2020 für Privatversicherte

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Endlich gesünder leben – ein Klassiker unter den Neujahrsvorsätzen. So möchte sich beispielsweise mehr als jeder zweite Deutsche 2020 mehr bewegen. Was im Gesundheitswesen 2020 in Bewegung kommt, was sich für Sie ändert und worüber Sie sich keine Sorgen machen müssen, zeigen wir Ihnen in unserem Überblick.

Maximaler Arbeitgeberzuschuss steigt

Hier gibt es gute Nachrichten: 2020 erhöht sich der Arbeitgeberzuschuss zur privaten Krankenversicherung auf maximal 367,97 Euro. Denn die Beitragsbemessungsgrenze für Kranken- und Pflegeversicherung wird auf 5.212,50 Euro/Monat bzw. 62.550 Euro/Jahr angehoben.

Erhöhung der Versicherungspflichtgrenze

Auch die Versicherungspflichtgrenze steigt: von 59.400 auf 60.750 Euro (Jahr). Durch diese Erhöhung kann es passieren, dass privatversicherte Arbeitnehmer versicherungspflichtig in der Gesetzlichen Krankenkasse werden. Davon können Sie sich aber befreien lassen. Eine Erläuterung dazu finden Sie hier.

Aut idem: Das ändert sich für Apotheken

Seit Oktober 2019 gibt es eine verbindliche Aut-idem-Regelung auch für Privatversicherte: Lässt der Arzt das Aut-idem-Feld auf dem Rezept frei, kann der Apotheker Ihnen ein kostengünstigeres Medikament mit dem gleichen Wirkstoff, identischer Wirkstärke und Packungsgröße geben – aber anders als bei gesetzlich Versicherten nur, wenn Sie damit einverstanden sind.

Praxis mit Videosprechstunde gesucht

Ab 2020 dürfen Ärzte über Online-Videosprechstunden auf ihrer Webseite informieren. So können Sie leichter Praxen finden, die Online-Sprechstunden anbieten. Bisher konnten Ärzte ihre Patienten nur in bestimmten Fällen per Video behandeln, z. B. bei Diabetes oder Herzkrankheiten. Neu ist außerdem, dass Sie Ärzte für eine Erstdiagnose anrufen können, ohne ein persönliches Gespräch im Behandlungszimmer vereinbaren zu müssen. Weitere Informationen zum Thema Online-Sprechstunde bietet die Stiftung Gesundheitswissen.

Kinder von Pflegebedürftigen können finanziell aufatmen

Haben Sie eine pflegebedürftige Mutter oder einen pflegebedürftigen Vater, müssen Sie sich künftig erst ab einem jährlichen Bruttoeinkommen von 100.000 Euro an deren Pflegekosten beteiligen. Damit entfällt die bisherige Einkommensgrenze von 21.600 Euro netto pro Jahr. Das gilt übrigens umgekehrt auch, wenn Ihr erwachsenes Kind pflegebedürftig ist.

Durch die Gesetzesänderungen können Kommunen die übernommenen Pflegekosten nicht mehr von den Angehörigen zurückfordern. Der Bund schätzt die Mehrkosten für Kommunen auf ca. 300 Millionen Euro jährlich.

Masern-Impfpflicht

Die Zahl der Masern-Infektionen hat sich gegenüber 2017 mehr als verdoppelt. 2019 sind laut Weltgesundheitsbehörde über 53.000 Menschen in Europa an Masern erkrankt. Der Bundestag reagierte auf diese Entwicklung und beschloss das Masernschutzgesetz: Ab 1. März 2020 müssen Eltern nachweisen, dass ihr Kind ab dem vollendeten ersten Lebensjahr Masern-Impfungen erhalten hat, bevor es in eine Kita oder Schule aufgenommen wird. Für Kinder, die bereits in Betreuung sind, gilt eine Übergangsfrist bis zum 31. Juli 2021. Nicht geimpfte Kinder können laut Masernschutzgesetz vom Besuch des Kindergartens ausgeschlossen werden. Erzieher und Lehrer müssen sich ebenfalls gegen Masern impfen lassen.

Die Schutzimpfung gegen Masern wird von der PKV erstattet. Viele Unternehmen sehen zudem in ihren Tarifbedingungen vor, dass die Kosten für derartige Impfungen vom Selbstbehalt ausgeschlossen sind und eine mögliche Beitragsrückerstattung nicht gefährden.

Keine Beiträge auf Betriebsrente

Für die Gesetzliche Krankenversicherung gibt es 2020 eine Änderung, auf welchen Betrag ihrer betrieblichen Altersversorgung Kassenmitglieder einen Beitrag zahlen müssen. Für Privatversicherte bleibt hingegen alles wie gehabt: Sie müssen selbstverständlich von Ihrer Betriebsrente keine Beiträge abführen.

Januar 2020

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