Coronavirus: Sofortmaßnahmen für die Pflege

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Die Corona-Pandemie fordert unser Gesundheitssystem heraus – das gilt für die Krankenversorgung und die Versorgung der Pflegebedürftigen gleichermaßen. In beiden Bereichen wachsen durch das neuartige Coronavirus (SARS-CoV-2) die Belastungen und Risiken für die Einrichtungen und die Beschäftigten. Um Personal und Patientinnen und Patienten vor einer Erkrankung zu schützen, suchen alle Beteiligten nach Lösungen.

Zur Panik besteht kein Grund: Grundsätzlich ist die Gesundheitsversorgung in Deutschland gut auf die Herausforderungen der Krankheit Covid-19 vorbereitet. Das sieht auch der medizinische Leiter des PKV-Verbandes, Dr. Norbert Loskamp, so. Allerdings wird man auch hierzulande an Kapazitätsgrenzen stoßen, wenn die sogenannte Infektionskurve nicht abgeflacht wird. Was genau dahinter steckt, erläutert Dr. Loskamp im Interview.

Dr. Norbert Loskamp: Wir müssen die Ausbreitung des Coronavirus bremsen

Ansteckungsgefahr: Pflege-TÜV wird ausgesetzt

Zu den Bevölkerungsgruppen mit sehr hohen Infektionsrisiken gehören alte, kranke Menschen. Daher müssen besonders in der Pflege daheim sowie in Pflegeheimen die Pflegebedürftigen vor einer Ansteckung mit Covid-19 geschützt werden. Für Pflegeeinrichtungen gelten deshalb jetzt strikte Besuchsregeln: Neben dem Pflegepersonal sollen keine weiteren potentiell ansteckenden Personen mit den Heimbewohnern zusammenkommen.

Aus diesem Grund haben die Private Krankenversicherung (PKV), die gesetzlichen Krankenkassen und Vertreter der Pflegeeinrichtungen und -dienste beschlossen, die externen Qualitätsprüfungen in den Pflegeheimen bis Ende September auszusetzen. Lediglich anlassbezogene Prüfungen z. B. nach Beschwerden werden durchgeführt. Weitere Sofortmaßnahmen sollen den Aufwand für die Pflegekräfte weiter senken und dadurch mehr Zeit für die Pflege schaffen.

Über die Details zu den Sofortmaßnahmen informiert der Abteilungsleiter des PKV-Prüfdienstes, Frank Schlerfer, im Interview. Dort erklärt er auch, wie seine Kolleginnen und Kollegen in der zusätzlichen freien Zeit ihre Expertise aus den Qualitätsprüfungen nutzen, um Gesundheitsämter und Einrichtungen zu unterstützen.

Telefonische Pflegeberatung und „digitale“ Pflegebegutachtung

Die Pflegeberatung der Privaten Pflegeversicherung kann weiterhin kontaktiert werden. Allerdings werden die Beratungen bis auf Weiteres nicht mehr vor Ort, sondern nur noch telefonisch durchgeführt. Dies gilt auch für Pflegebedürftige, die nur Pflegegeld erhalten und deshalb regelmäßig eine Beratung in Anspruch nehmen müssen. Die kostenlose Hotline 0800 – 101 88 00 ist montags bis freitags von 8 bis 19 Uhr und samstags von 10 bis 16 Uhr zu erreichen.

Auch die Pflegebegutachtungen zur Bestimmung des Pflegegrades werden in der nächsten Zeit nicht wie in gewohnter Weise durchgeführt. Der medizinische Dienst der Privaten Pflegeversicherung, MEDICPROOF, stellt von persönlichen auf „digitale“ Begutachtungen um. Wie das funktioniert, erklärt die Geschäftsführerin von MEDICPROOF, Dr. Franziska Kuhlmann, im Interview. Weitere Informationen zur „digitalen Begutachtung“ und wie Sie sich darauf vorbereiten können, erfahren Sie auf einer Corona-Sonderseite von MEDICPROOF.

21. März 2020

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