Corona-Pandemie: Gesetzliche Regelungen für Pflegebedürftige

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Die Corona-Pandemie hat Auswirkungen auf alle Bereiche des täglichen Lebens, so auch auf die Pflege. Genauso wie die stationäre ist auch die häusliche Pflege betroffen. Der Gesetzgeber hat deshalb verschiedene Maßnahmen beschlossen, die Pflegebedürftige und pflegende Angehörige während der Dauer der Pandemie entlasten und schützen sollen. So wurden die Beratungsvorgaben gelockert und telefonische Begutachtungen ohne Hausbesuche ermöglicht. 

Zudem wurden weitere Regelungen getroffen, die die Pflege der Versicherten selbst sowie die Organisation betreffen. Seit Anfang April bis Ende September erstattet die Pflegeversicherung für Verbrauchshilfsmittel wie Einmalhandschuhe und Desinfektionsmittel monatlich bis zu 60 Euro statt bisher 40 Euro. Ebenso wurden die Verwendungsmöglichkeiten des Entlastungsbetrags von 125 Euro/Monat erweitert.

Erleichterter Zugang zur Kurzzeitpflege 

Bis zum 30. September 2020 können Pflegebedürftige bis zu 14 Tage unter erleichterten Voraussetzungen Kurzzeitpflege in Einrichtungen erhalten, die stationäre Leistungen zur medizinischen Vorsorge oder Rehabilitation erbringen – also keine klassischen Pflegeheime sind.

Normalerweise haben Pflegebedürftige einen solchen Anspruch nur dann, wenn ihre Pflegeperson (i. d. R. eine pflegende Angehörige) in der gleichen Einrichtung als Patientin oder Patient behandelt wird. Diese Bedingung entfällt bis Ende September. Da die Einrichtungen der Vorsorge und Rehabilitation höhere Vergütungssätze haben, erstattet die Pflegeversicherung zudem den dort gepflegten Patienten einen höheren Betrag für die Kurzzeitpflege von bis zu 2.418 Euro statt 1.612 Euro.

Ausweitung des Pflegeunterstützungsgeldes für pflegende Angehörige

Grundsätzlich gilt: Wer kurzzeitig die Pflege eines nahen Angehörigen organisieren muss, erhält für bis zu 10 Arbeitstage als Lohnersatzleistung ein Pflegeunterstützungsgeld. Durch die Corona-Pandemie kann es schneller zu Versorgungslücken in der bestehenden häuslichen Pflege kommen, z. B. weil eine Pflegekraft ausfällt. In solchen akuten Pflegesituationen wird nun bis zum 30. September 2020 für einen Zeitraum von bis zu 20 Tagen Pflegeunterstützungsgeld gezahlt. Zugleich hat die Arbeitnehmerin bzw. der Arbeitnehmer für diese 20 Tage das Recht, der Arbeit fernzubleiben.

Weitere Informationen zu den neuen Regelungen

Privat Pflegeversicherte können sich mit Fragen oder anderen Anliegen zum Thema Pflege an die compass private pflegeberatung wenden: 0800-1018800 (Mo. – Fr. 8 – 19 Uhr, Sa. 10 – 16 Uhr).

Auf dem Serviceportal Pflegeberatung.de sind zudem die aktuellen Regelungen in der Pflege im Kontext von Corona ausführlich erläutert.

Juni 2020

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