Corona: Das sollten Privatversicherte bei Reisen ins Ausland beachten

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Urlaub, die schönste Zeit im Jahr, wird durch die Corona-Pandemie derzeit stark getrübt. Zwar hat das Auswärtige Amt seine Reisewarnungen für die meisten europäischen Länder inzwischen aufgehoben, für viele andere Länder gilt sie aber weiterhin. 

Wichtig: Vor Reisebeginn sollten Sie sich mit Ihrem Versicherungsschutz und den Versicherungsleistungen befassen. Wir geben Ihnen dazu wichtige Tipps und Hinweise:

Privatversicherte sind auch im Ausland abgesichert

Ihre private Krankenvollversicherung gilt europaweit und das zeitlich unbegrenzt. Mindestens einen Monat lang, teilweise sogar bis zu drei Monate im Jahr, genießen Sie auch weltweiten Versicherungsschutz. Wie lange genau, hängt von Ihrem Versicherungsvertrag ab. Der gilt auch bei einer Pandemie und sogar bei bestehenden Reisewarnungen durch das Auswärtige Amt. 

Werden Sie im Ausland wegen einer COVID-19-Erkrankung behandelt, übernimmt Ihre private Krankenversicherung die Kosten selbstverständlich vertragsgemäß wie bei anderen Erkrankungen auch. Den genauen Umfang Ihres Versicherungsschutzes können Sie dem Versicherungsschein, späteren schriftlichen Vereinbarungen und den Allgemeinen Versicherungsbedingungen entnehmen.

Auslandsreisekrankenversicherung sinnvolle Ergänzung

Trotz des umfassenden Versicherungsschutzes ist auch für Privatversicherte eine Auslandsreisekrankenversicherung sinnvoll. Denn manch typische Leistung der Auslandsreisekrankenversicherung ist nicht unbedingt im PKV-Vollschutz enthalten. Dazu zählen:

  • ein medizinisch notwendiger oder sinnvoller Rücktransport nach Deutschland, auch bei einer COVID-19 Erkrankung;
  • Rettungs- und Bergungskosten. In manchen Vollversicherungstarifen sind sie nicht versichert – oder nur für den Fall, dass die Rettung/Bergung medizinisch notwendig ist. Wenn der Hauptgrund für die Rettung dann aber die Unwegsamkeit des Geländes ist, ist das nicht Bestandteil einer Vollversicherung;
  • Rooming-in. Wenn Ihr Kind im Ausland ins Krankenhaus muss, können Sie es begleiten. Der Versicherer bezahlt auch Ihre Unterbringung im Krankenhaus.

Die meisten Auslandsreisekrankenversicherer bieten zudem eine spezialisierte 24-Stunden-Hotline, die im Notfall informiert, unterstützt und vieles organisiert.

Bei Reisewarnung Versicherungsbedingungen vorher prüfen

Auch hier ist ein Blick in die Vertragsunterlagen Ihrer Auslandsreisekrankenversicherung wichtig. Die meisten Allgemeinen Versicherungsbedingungen schließen eine Leistung aus, wenn Sie in ein Land reisen, für das eine Reisewarnung vorliegt. Sollten Sie unsicher sein, empfehlen wir Ihnen, sich vor Reiseantritt direkt mit Ihrem Versicherungsunternehmen in Verbindung zu setzen. Befinden Sie sich bereits in einem Land, für das eine neue Reisewarnung ausgesprochen wird, hat das hingegen keinen Einfluss auf Ihren Versicherungsschutz.

Eine Auslandsreisekrankenversicherung ist nicht teuer

Eine Single-Jahrespolice kostet um die 10 Euro, eine Familienpolice plus/minus 25 Euro. Gerade für Versicherte mit Selbstbehalt und/oder Beitragsrückerstattung lohnt sich deshalb auch die Gegenüberstellung von tatsächlichen und möglichen Kosten. Leistet bei einer Krankheit oder einem Unfall im Ausland die Auslandsreisekrankenversicherung, bleibt die Vollversicherung davon grundsätzlich unberührt. Sie selbst müssen also nicht im Rahmen des Selbstbehalts Kosten übernehmen und können weiterhin mit einer Beitragsrückerstattung rechnen (je nach Vertrag).

Eine Auslandsreisekrankenversicherung sollte immer vor Reisebeginn abgeschlossen werden. Nur in den seltensten Fällen ist ein Vertragsabschluss vom Ausland aus möglich, und der Versicherungsschutz gilt dann nicht rückwirkend. Wer also bereits erkrankt ist oder einen Unfall hatte, erhält die Kosten hierfür nicht mehr erstattet. Kurz entschlossen Reisende können den Schutz gegebenenfalls online abschließen.

Juni 2020

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