Zecken & FSME – Wann sollte ich mich impfen lassen?

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Zecken sind deutschlandweit anzutreffen. Die kleinen Tiere sind nicht nur lästig, sie können vor allem unterschiedliche Infektionskrankheiten auf den Menschen übertragen. Eine der häufigsten Erkrankungen in Deutschland ist die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), die durch das FSME-Virus verursacht wird.

Die meisten FSME-Infektionen verzeichnen die Bundesländer Baden-Württemberg und Bayern sowie die südlicheren Landstriche Hessens, Thüringens und Sachsens. Hier ist das Risiko, infolge eines Zeckenstiches an FSME zu erkranken, deutlich höher als in anderen Gegenden. Das Robert Koch-Institut (RKI) hat mittlerweile 164 Kreise als FSME-Risikogebiete eingestuft. Grundlage für die Bewertung sind die Erkrankungsdaten der vergangenen Jahre.

Übersichtskarte über die FSME-Risikogebiete in Deutschland

© Stiftung Gesundheitswissen (Quelle: www.rki.de)

Durch die klimatischen Veränderungen findet man in Deutschland zunehmend Insekten und Spinnentiere aus wärmeren Ländern, aus Südeuropa, Afrika und Asien. Das gilt auch für Zecken. Seit einigen Jahren werden vereinzelt Exemplare der Gattung Hyalomma entdeckt, die gestreifte Beine hat und doppelt so groß ist wie der in Deutschland weitverbreitete gemeine Holzbock. Diese Zecken übertragen zwar nicht den FSME-Virus, jedoch andere gefährliche Krankheitserreger, so beispielsweise das Krim-Kongo-Virus. Die bisher in Deutschland entdeckten Hyalomma-Zecken trugen den Erreger jedoch nicht in sich. Gefundene Hyalomma-Zecken können für weitere Untersuchungen (fixiert mit einem Klebestreifen auf Papier) an das RKI gesendet werden: Robert Koch-Institut, ZBS 1 – „Zecke“, Seestraße 10, 13353 Berlin.

Wie gefährlich kann eine FSME-Infektion sein?

Derzeit sind in Deutschland nur wenige Zecken mit dem FSME-Virus infiziert. Das trifft selbst auf die Risikogebiete zu. Oftmals schwanken zudem die Infektionsraten innerhalb der Zeckenpopulation sehr stark. Studien gehen davon aus, dass selbst in Risikogebieten nur zwischen 0,1 bis 5 Prozent der Zecken das Virus in sich tragen. Im Jahr 2019 wurden in Deutschland insgesamt 444 FSME-Erkrankungen gemeldet.

In den meisten Fällen verläuft eine Infektion unbemerkt oder nur mit milden Symptomen. Eine mögliche Infektion sollte trotzdem nicht unterschätzt werden, da sie zu gefährlichen Komplikationen führen kann. Geht eine FSME-Infektion auf Hirnhaut, Gehirn und Rückenmark über, können neurologische Störungen die Folge sein. Möglich sind dauerhafte Schäden wie Lähmungen, Koordinationsstörungen und psychische Beeinträchtigungen. Sehr selten verläuft die Krankheit tödlich.

Aktuell gibt es noch keine Medikamente, die gegen die FSME-Erkrankung selbst helfen. Der wirksamste Schutz ist deswegen die Schutzimpfung.

Für wen ist eine FSME-Impfung sinnvoll?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt folgenden Personengruppen eine Schutzimpfung:

  • Bewohner von Risikogebieten
  • Personen, die in ein Risikogebiet reisen
  • Personen, die sich aus beruflichen Gründen in Risikogebieten oft in freier Natur aufhalten (z. B. Forstbeschäftigte)

Die Wahrscheinlichkeit eines schweren Krankheitsverlaufs ist im Erwachsenenalter höher. Weil Kinder gern in der Natur spielen, kann es aber durchaus auch hier sinnvoll sein, über eine Impfung nachzudenken. Die STIKO empfiehlt eine FSME-Impfung ab einem Alter von 3 Jahren.

Grundsätzlich sollte im Vorfeld das Gespräch mit einem Arzt gesucht werden.

Erstattet die PKV eine FSME-Impfung?

Ein Anspruch auf Kostenerstattung besteht nicht nur dann, wenn der individuelle Versicherungsvertrag ausdrücklich den FSME-Impfschutz umfasst. Viele private Krankenversicherer verweisen in ihren Tarifbedingungen auf die Empfehlungen der STIKO. In diesem Fall erhalten Bewohner von Risikogebieten ebenfalls die Impfkosten erstattet. Eine Impfung aufgrund des Jobs oder einer Reise (Reiseschutzimpfung) ist dann jedoch nicht zwangsläufig Teil des Versicherungsschutzes. Wer aufgrund seines Berufs als gefährdet gilt, sollte prüfen, ob der Arbeitgeber die Kosten für den Impfschutz tragen muss.

Schauen Sie in Ihren Versicherungsvertrag, welche Leistungen dieser umfasst. Im Zweifelsfall kontaktieren Sie Ihren Krankenversicherer. Dieser kann ihnen alle nötigen Informationen geben.

Juni 2020

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