Zecken & FSME – Wann sollte ich mich impfen lassen?

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Zecken können unterschiedliche Infektionskrankheiten auf den Menschen übertragen. Eine der häufigsten Erkrankungen in Deutschland ist die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), die durch das FSME-Virus verursacht wird.

Wie gefährlich kann eine FSME-Infektion sein?

Derzeit sind in Deutschland nur wenige Zecken mit dem FSME-Virus infiziert. Das trifft selbst auf die Risikogebiete zu. Oftmals schwanken zudem die Infektionsraten innerhalb der Zeckenpopulation sehr stark. Studien gehen davon aus, dass zwischen 0,1 bis 5 Prozent der Zecken in Risikogebieten das Virus in sich tragen.

In Deutschland wurden im Jahr 2017 insgesamt etwa 485 FSME-Erkrankungen gemeldet. Die Zahl stieg in den letzten Jahren allerdings leicht an, da sich die milden Temperaturen günstig auf die Zeckenpopulationen auswirkten.

In den meisten Fällen verläuft eine Infektion unbemerkt oder nur mit milden Symptomen. Eine mögliche Infektion sollte trotzdem nicht unterschätzt werden, denn in Einzelfällen können gefährliche Komplikationen auftreten. Geht eine FSME-Infektion auf Hirnhaut, Gehirn und Rückenmark über, können neurologische Störungen die Folge sein. Möglich sind auch dauerhafte Schäden wie Lähmungen, Koordinationsstörungen und psychische Beeinträchtigungen. Sehr selten verläuft die Krankheit tödlich.

Fünf neue FSME-Risikogebiete

Am stärksten betroffen sind hinsichtlich der FSME-Infektionen die Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Südhessen und Teile des südöstlichen Thüringens. Hier ist das Risiko, infolge eines Zeckenstiches an FSME zu erkranken, deutlich höher als in anderen Landstrichen.

Für das Jahr 2019 erweiterte das Robert Koch-Institut (RKI) das FSME-Risikogebiet um fünf neue Landkreise. Mit dem Emsland gehört nun erstmalig eine niedersächsische Region dazu. Ebenso sind das Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und in Bayern Garmisch-Partenkirchen, Kaufbeuren und Landsberg am Lech als neue Risikogebiete identifiziert worden.

RKI-Karte der FSME-Risikogebiete in Deutschland

Für wen ist eine FSME-Impfung sinnvoll?

Aktuell gibt es noch keine Medikamente, die gegen die FSME-Erkrankung selbst helfen. Der wirksamste Schutz ist deswegen die Schutzimpfung.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt folgenden Personengruppen eine Schutzimpfung:

  • Bewohner von Risikogebieten
  • Personen, die in ein Risikogebiet reisen
  • Personen, die sich aus beruflichen Gründen in Risikogebieten oft in freier Natur aufhalten (z. B. Forstbeschäftigte)

Die Wahrscheinlichkeit eines schweren Krankheitsverlaufs ist im Erwachsenenalter höher. Weil Kinder gern in der Natur spielen, kann es aber durchaus auch hier sinnvoll sein, über eine Impfung nachzudenken. Die STIKO empfiehlt eine FSME-Impfung ab einem Alter von 3 Jahren.

Grundsätzlich sollte im Vorfeld das Gespräch mit einem Arzt gesucht werden.

Erstattet die PKV eine FSME-Impfung?

Ein Anspruch auf Kostenerstattung besteht nicht nur dann, wenn der individuelle Versicherungsvertrag ausdrücklich den FSME-Impfschutz umfasst. Viele Private Krankenversicherer verweisen in ihren Tarifbedingungen auf die Empfehlungen der STIKO. In diesem Fall erhalten Bewohner von Risikogebieten ebenfalls die Impfkosten erstattet. Eine Impfung aufgrund des Jobs oder einer Reise (Reiseschutzimpfung) ist dann jedoch nicht zwangsläufig Teil des Versicherungsschutzes. Wer aufgrund seines Berufs als gefährdet gilt, sollte prüfen, ob der Arbeitgeber die Kosten für den Impfschutz tragen muss.

Schauen Sie in Ihren Versicherungsvertrag, welche Leistungen dieser umfasst. Im Zweifelsfall kontaktieren Sie Ihren Krankenversicherer. Dieser kann ihnen alle nötigen Informationen geben.

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