Zecken & FSME – Wann sollte ich mich impfen lassen?

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Zecken sind deutschlandweit anzutreffen. Die kleinen Tiere sind nicht nur lästig, sie können vor allem unterschiedliche Infektionskrankheiten auf den Menschen übertragen. Eine der häufigsten Erkrankungen in Deutschland ist die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), die durch das FSME-Virus verursacht wird.

Die meisten FSME-Infektionen verzeichnen Baden-Württemberg und Bayern, Südhessen, Sachsen und Teile Thüringens. Hier ist das Risiko, infolge eines Zeckenstiches an FSME zu erkranken, deutlich höher als in anderen Gegenden. Doch auch im Saarland und in Rheinland-Pfalz und weiter nördlich in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Brandenburg gibt es mittlerweile einzelne Risikogebiete. Das Robert Koch-Institut (RKI) hat aktuell 175 Kreise als FSME-Risikogebiete eingestuft.

Hinweis: Durch die klimatischen Veränderungen findet man in Deutschland zunehmend Insekten und Spinnentiere aus wärmeren Ländern, aus Südeuropa, Afrika und Asien. Das gilt auch für Zecken. Seit einigen Jahren werden vereinzelt Exemplare der Gattung Hyalomma entdeckt, die gestreifte Beine hat und doppelt so groß ist wie der in Deutschland weitverbreitete gemeine Holzbock. Diese Zecken übertragen zwar nicht den FSME-Virus, jedoch andere gefährliche Krankheitserreger, beispielsweise das Krim-Kongo-Virus. Die bisher in Deutschland entdeckten Hyalomma-Zecken trugen den Erreger jedoch nicht in sich. Gefundene Hyalomma-Zecken können für weitere Untersuchungen (fixiert mit einem Klebestreifen auf Papier) an das RKI gesendet werden: 
Robert Koch-Institut
ZBS 1 – „Zecke“
Seestraße 10
13353 Berlin

Wie gefährlich kann eine FSME-Infektion sein?

Derzeit sind in Deutschland nur wenige Zecken mit dem FSME-Virus infiziert. Das trifft selbst auf die Risikogebiete zu. Im Jahr 2021 wurden in Deutschland insgesamt 390 FSME-Erkrankungen gemeldet.

In den meisten Fällen verläuft eine Infektion unbemerkt oder nur mit milden Symptomen. Sie sollte trotzdem nicht unterschätzt werden, da es auch zu gefährlichen Komplikationen kommen kann. Geht eine FSME-Infektion auf Hirnhaut, Gehirn und Rückenmark über, können neurologische Störungen die Folge sein. Möglich sind dauerhafte Schäden wie Lähmungen, Koordinationsstörungen und psychische Beeinträchtigungen. Sehr selten verläuft die Krankheit sogar tödlich: Im vergangenen Jahr starben drei Menschen infolge einer FSME-Infektion.

Aktuell gibt es noch keine Medikamente, die gegen die FSME-Erkrankung selbst helfen. Der wirksamste Schutz ist deswegen die Schutzimpfung.

Für wen ist eine FSME-Impfung sinnvoll?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt folgenden Personengruppen eine Schutzimpfung, wenn Sie

  • in einem Risikogebiet wohnen
  • in ein Risikogebiet reisen
  • sich aus beruflichen Gründen in Risikogebieten oft in freier Natur aufhalten (z. B. weil Sie Forstbeschäftigte sind)

Die Wahrscheinlichkeit eines schweren Krankheitsverlaufs ist im Erwachsenenalter höher, doch auch bei Kindern besteht das Risiko einer schweren Erkrankung oder sogar von Langzeitfolgen. Da sich Kinder zudem häufiger im Freien aufhalten und von Zecken gestochen werden, wird auch für sie eine Impfung als sinnvoll angesehen. Eine Impfung ist ab einem Alter von einem Jahr möglich. Insbesondere wenn Ihr Kind noch im Kleinkindalter ist, sollten Sie aber vorab mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt das Ansteckungsrisiko gegen das Risiko von Impfreaktionen abwägen.

Grundsätzlich gilt, dass Sie im Vorfeld einer Impfung das Gespräch mit einem Arzt suchen sollten.

Erstattet die PKV eine FSME-Impfung?

Eine pauschale Regelung gibt es diesbezüglich nicht. Viele private Krankenversicherer verweisen in ihren Tarifbedingungen auf die Empfehlungen der STIKO. Trifft dies auf Ihre PKV zu, übernimmt sie die Impfkosten, wenn Sie in einem Risikogebiet wohnen. Andere Versicherer haben den FSME-Impfschutz ausdrücklich in den Versicherungsvertrag aufgenommen. Eine Impfung aufgrund des Jobs oder einer Reise (Reiseschutzimpfung) ist jedoch nicht zwangsläufig Teil des Versicherungsschutzes.

Schauen Sie in Ihren Versicherungsvertrag, welche Leistungen dieser umfasst. Im Zweifel kontaktieren Sie Ihren Krankenversicherer. Gelten Sie aufgrund Ihrer Berufsausübung als gefährdet, können Sie zudem prüfen, ob Ihr Arbeitgeber die Kosten für den Impfschutz trägt bzw. tragen muss.

März 2022

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