Steigt mein PKV-Beitrag, wenn ich schwer erkranke?

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Der Zusammenhang zwischen Ihrem Gesundheitszustand und dem Beitrag zur privaten Krankenversicherung ist ganz einfach. In unserem Artikel erläutern wir Ihnen die Grundlagen.

Bei Erkrankungen vor Vertragsabschluss kann Ihr Versicherer einen Risikozuschlag auf den PKV-Beitrag erheben.
Erkranken Sie nach Vertragsabschluss, hat das keine Auswirkungen auf Ihren Beitrag.

Die private Krankenversicherung ist eine Solidargemeinschaft. Die Kosten für die Behandlung der Kranken oder Verletzten werden auf die Schultern aller Versicherten verteilt. Das gilt unabhängig davon, wie teuer die medizinische Behandlung ist. Deshalb ist es egal, ob und wie schwer Sie erkranken und was Ihre Behandlung: Sie müssen nachträglich keinen individuellen Risikozuschlag zahlen.

Auch eine Kündigung des Versicherungsschutzes müssen Sie nicht fürchten. Ihr Versicherer darf Ihnen nur außerordentlich kündigen, wenn Sie eine schwerwiegende Vertragsverletzung, zum Beispiel Abrechnungsbetrug, begangen haben.

Der Zusammenhang zwischen Gesundheitszustand und PKV-Beitrag

Während Erkrankungen nach Vertragsabschluss vom Versicherungskollektiv finanziert werden, kann Ihr Gesundheitszustand vor Vertragsabschluss Einfluss auf Ihren Versicherungsbeitrag haben. Grund hierfür ist die Art, wie die PKV-Beiträge berechnet werden:

Die Private Krankenversicherung kalkuliert die Beiträge so, dass sie für ein Versichertenkollektiv lebenslang die zu erwartenden Ausgaben decken. Deshalb werden zu Versicherungsbeginn die Faktoren berücksichtigt, die maßgeblich das Krankheitsrisiko beeinflussen: das Alter sowie der Gesundheitszustand bei Eintritt in die Versicherung. Als dritter Faktor kommt der Umfang der versicherten Leistungen hinzu, der eine Kalkulation der wahrscheinlichen Gesundheitskosten erst möglich macht.

Bringen Sie zu Versicherungsbeginn durch bestehende Erkrankungen zusätzliche Gesundheitsrisiken in das Kollektiv ein, gleichen Sie das durch einen Risikozuschlag oder den Ausschluss bestimmter Leistungen wieder aus. Verschlechtert sich im Laufe der Zeit der Gesundheitszustand eines Versicherten, hat das hingegen keine Auswirkungen auf seinen individuellen Beitrag. Spätere Erkrankungen sind hingegen mithilfe von Statistiken von Beginn an in den Beitrag eingepreist.

Eine Beitragserhöhung ist in der PKV nur dann möglich und notwendig, wenn die tatsächlichen Gesundheitskosten eines ganzen Versichertenkollektivs zu stark von den kalkulierten Kosten abweichen. Das ist in der Regel eine Folge der Teuerungsrate im Gesundheitswesen sowie der steigenden Kosten durch den medizinischen Fortschritt. Selbst absehbare Kostensteigerungen darf der Versicherer nicht vorab einkalkulieren.

April 2022

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