Corona-Impfung: Was Privatversicherte wissen müssen

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Die Impfung gegen das Coronavirus freiwillig. Die Regelungen bezüglich Anspruch, Durchführung und Kostenübernahme sind grundsätzlich für alle gleich – unabhängig davon, ob Sie gesetzlich oder privat versichert sind. Dennoch gibt es immer wieder PKV-spezifische Fragen. Antworten dazu wie auch allgemeine Informationen finden Sie hier.

Wer führt Ihre Corona-Impfung durch?

Neben den Impfzentren können Arztpraxen, niedergelassene Privatärztinnen und Privatärzte sowie Betriebsärztinnen und Betriebsärzte den Impfstoff verabreichen. Die Impfstoffe können in allen Altersgruppen eingesetzt werden, für die sie zugelassen sind (siehe auch Impfstofftypen und Anwendungsalter).

Die Erst- und Folgeimpfung sollten bei derselben Stelle erfolgen – also beide im Impfzentrum, in der Arztpraxis oder am Arbeitsplatz.

Wer übernimmt die Kosten für die Corona-Impfungen?

Für die Impfung müssen Sie nicht bezahlen. Sie ist für die Bevölkerung kostenlos – unabhängig davon, ob und wie Sie versichert sind und wo Sie sich impfen lassen. Der Bund beschafft, verteilt und finanziert alle Impfstoffe, die in Deutschland zum Einsatz kommen – auch in Arztpraxen.

Die Kosten für den Aufbau und die Organisation der Impfzentren tragen die Bundesländer. Die Gesetzliche Krankenversicherung und die Private Krankenversicherung beteiligen sich an diesen Kosten entsprechend ihrem Versichertenanteil. Darunter fallen neben den Sach- und Personalkosten für die Errichtung, Vorhaltung und den laufenden Betrieb von Impfzentren einschließlich der mobilen Impfteams auch die Kosten der für die Terminvergabe durch die Länder oder durch beauftragte Dritte betriebenen Callcenter.

Erhalten Sie Ihre Impfung in einer Arztpraxis, werden diese Kosten mit der Kassenärztlichen Vereinigung abgerechnet. Dabei ergibt sich die Vergütung der ärztlichen Leistung aus § 6 Coronavirus-Impfverordnung. Dies gilt auch für Privatversicherte. Zur Information: Ihre Ärztin oder Ihr Arzt erhält je Impfung 20 Euro für die folgenden Leistungen:

  • Aufklärung und Impfberatung
  • symptombezogene Untersuchung zum Ausschluss akuter Erkrankungen oder Allergien
  • Verabreichung des Impfstoffes
  • Beobachtung der Nachsorgephase unmittelbar nach Verabreichung des Impfstoffes
  • erforderliche medizinische Intervention, falls eine Impfreaktion auftritt

Lassen Sie sich in der Arztpraxis oder in einer Apotheke ein COVID-19-Impfzertifikat ausstellen, ist dies kostenfrei – auch für Privatversicherte. Die Vergütung von je 6 Euro übernimmt der Staat.

Erhalten Sie nur eine Impfberatung ohne anschließende Impfung oder werden Sie zu Hause geimpft, gelten andere Vergütungsbeträge, die ebenfalls mit der Kassenärztlichen Vereinigung abgerechnet werden und für die Sie ebenfalls nichts bezahlen müssen.

Welche Unterlagen müssen Sie für die Corona-Impfung vorlegen?

Für die Impfung benötigen Sie Ihren Personal- oder einen anderen Lichtbildausweis sowie Ihren Impfausweis. Haben Sie keinen Impfausweis, können Sie eine Ersatzbescheinigung zur COVID-19-Schutzimpfung erhalten. Diese ist auf der Internetseite der Kassenärztlichen Bundesvereinigung abrufbar.

Ist eine zweimalige Impfung notwendig?

Bei dem Impfstoff von Johnson & Johnson ist nur eine Injektion notwendig.

Bei den anderen drei zugelassenen Impfstoffen ist für eine vollständige Immunisierung eine Auffrischimpfung erforderlich. Bei der Verwendung der Impfstoffe von Biontech und Moderna sollte beide Male derselbe Impfstoff verwendet werden. Der Abstand zwischen den beiden Impfvergaben sollte mindestens drei bzw. vier und maximal sechs Wochen betragen.

Nach einer Erstimpfung mit AstraZeneca hingegen empfiehlt die STIKO ein heterologes Impfschema. Das bedeutet, dass die Zweitimpfung mit einem mRNA-Impfstoff (Biontech oder Moderna) durchgeführt wird, wodurch eine bessere Immunantwort erzielt werden kann. Der Abstand zwischen der ersten und zweiten Dosis sollte bei einem heterologen Impfschema mindestens vier Wochen betragen.

Impfstofftypen und Anwendungsalter
(nach Empfehlung der Ständigen Impfkommission - STIKO)

Biontech/Pfizer (Comirnaty)   ab 16 Jahren, bei Vorerkrankungen ab 12 Jahren

Moderna                                    ab 18 Jahren

AstraZeneca                               ab 60 Jahren*

Johnson & Johnson                   ab 60 Jahren*

* Nach ärztlicher Aufklärung können sich auch jüngere Menschen mit diesen Impfstoffen impfen lassen.

Ausführlichere Informationen zu den verschiedenen Impfstofftypen finden Sie auf der Themenseite des Paul-Ehrlich-Instituts.

Wie sicher ist der Corona-Impfstoff?

Wie alle in Deutschland eingesetzten Impfstoffe werden auch die Mittel gegen eine Corona-Infektion vor ihrer Zulassung durch das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) und die zuständigen Gremien bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) überprüft und bewertet. Ausführliche Informationen zu den Zulassungsvoraussetzungen und Prüfungsverfahren finden Sie auf der Internetseite des PEI: www.pei.de

Nebenwirkungen treten bei zugelassenen Impfstoffen selten auf, können aber nie ganz ausgeschlossen werden. Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) ist in Deutschland zuständig für die Beobachtung und Dokumentation auftretender Nebenwirkungen.

Sie können das PEI dabei unterstützen und Verdachtsfälle von Impfkomplikationen direkt über die Webseite www.nebenwirkung.bund.de übermitteln. Ärztinnen und Ärzte, Apothekerinnen und Apotheker und die Unternehmen sind zu den Meldungen verpflichtet. Darüber hinaus hat das Paul-Ehrlich-Institut eine spezielle App entwickelt, die auch in den App-Stores verfügbar ist. Durch die Zusammenfassung von nationalen und internationalen Beobachtungen kann sichergestellt werden, dass auch Risiken von Impfstoffen erfasst werden, die so selten sind, dass sie erst bei einer sehr großen Anzahl durchgeführter Impfungen sichtbar werden.

Wer haftet bei Impfschäden?

Für Impfschäden kommt die öffentliche Hand nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) auf. Nach dem IfSG ist ein Impfschaden u. a. die gesundheitliche und wirtschaftliche Folge einer über das übliche Ausmaß einer Impfreaktion hinausgehenden gesundheitlichen Schädigung durch die Schutzimpfung. Dabei ist es die Aufgabe des jeweils zuständigen Versorgungsamtes zu beurteilen, ob eine im zeitlichen Zusammenhang mit einer Impfung eingetretene gesundheitliche Schädigung durch die Impfung verursacht wurde.

Daneben kann es einen Anspruch gegen den Hersteller der Impfdosis geben. Nach der Gefährdungshaftung des § 84 AMG (Arzneimittelgesetz) haftet der pharmazeutische Unternehmer bei Gesundheitsbeeinträchtigungen des Geimpften, wenn sein Arzneimittel bei bestimmungsgemäßem Gebrauch schädliche Wirkungen hat, die über ein nach den Erkenntnissen der medizinischen Wissenschaft vertretbares Maß hinausgehen oder wenn der Schaden infolge einer nicht den Erkenntnissen der medizinischen Wissenschaft entsprechenden Kennzeichnung, Fachinformation oder Gebrauchsinformation eingetreten ist.

Juli 2021

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