Erstattet die PKV die Kosten für die Liposuktion (Fettabsaugung)?

Nach dem Willen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sollen gesetzliche Krankenkassen künftig die Behandlung von Frauen mit krankhaften Fettverteilungs-Störungen bezahlen. Noch ist die sogenannte „Liposuktion“ zur Behandlung von Lipödemen – also das Absaugen von Körperfett zum Zweck der Heilung – noch keine Kassenleistung, obwohl schon vor vier Jahren ein Prüfungsauftrag an die Selbstverwaltung ergangen ist.

Doch wie sieht es in der Privaten Krankenversicherung aus?

Was ist überhaupt ein Lipödem?

Das Fettabsaugen zur Behandlung von Lipödemen ist keine kosmetische Behandlung. Im Gegenteil: Ein Lipödem ist eine ernst zu nehmende Erkrankung und auch keine „Folgeerkrankung“ z.B. von Übergewicht. Sie betrifft fast ausschließlich Frauen, oft auch jüngere, und macht sich durch ungewöhnliche, symmetrische Fettablagerungen an beiden Beinen, der Hüfte und in manchen Fällen später auch beiden Armen bemerkbar.

Die betroffenen Körperteile werden sehr dick, während der Rest des Körpers schlank bleiben kann. Weil das Lipödem Flüssigkeit aus dem Gefäßsystem einlagert, ist es oft mit Schmerzen und Druckempfindlichkeit verbunden. Bis zu drei Millionen Frauen in Deutschland leiden nach Aussagen aus dem Gesundheitsministerium darunter.

Erstattet die Private Krankenversicherung die Kosten der Liposuktion?

Da ein Lipödem eine Krankheit ist, kann die Behandlung mittels Liposuktion als medizinisch notwendige Heilbehandlung im Sinne der Musterbedingungen der Privaten Krankenversicherung zu werten sein. Solange bei einer klaren Diagnose also keine weniger invasiven (= d.h. in den Körper eindringenden) Behandlungsalternativen zur Verfügung stehen – oder falls diese nicht zum Erfolg führen – dürfte die Liposuktion als geeignete  Behandlungsmaßnahe in Betracht kommen.

Denn das Leistungsversprechen der Privaten Krankenversicherung umfasst grundsätzlich auch neue, innovative Untersuchungs- und Behandlungsmethoden, die von den medizinischen Fachgesellschaften als wirksam anerkannt werden oder aber Eingang in entsprechende S3-Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft wissenschaftlicher medizinischer Fachgesellschaften (AWMF) gefunden haben.

Dagegen muss in der Gesetzlichen Krankenversicherung jede neue Behandlungsmethode in der ambulanten Versorgung zunächst einen teils mehrere Jahre langen Genehmigungsprozess durchlaufen, bevor die Versicherten einen Anspruch darauf bekommen. Bislang beruft sich die GKV-Selbstverwaltung bei ihrer Ablehnung der Kostenübernahme beispielsweise auf die noch nicht ausreichende Studienlage zum Thema.

Januar 2019

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