Erhalte ich ein Krankengeld, wenn mein Kind krank ist?

Im letzten Jahr haben sich Eltern fast 2,5 Millionen Mal wegen Krankheit ihres Kindes selbst „krankgemeldet“. Gesetzlich Versicherte erhalten dann ein Krankengeld. Aber wie sieht es bei Privatversicherten aus?

Zunächst einmal gilt: Sie haben bei Erkrankung eines Kindes unter 12 Jahren das Recht auf unbezahlte Freistellung von der Arbeit. Je Kind stehen Ihnen 10 Arbeitstage im Jahr zu, insgesamt aber höchstens 25 Tage bei mehr als zwei Kindern. Für Alleinerziehende gilt ein erhöhter Anspruch von jährlich 20 Arbeitstagen pro Kind bzw. 50 Arbeitstagen insgesamt.

Gesetzlich Versicherte können einen Antrag bei ihrer Krankenkasse stellen und erhalten für die Zeit der Freistellung ein Krankengeld. Voraussetzung ist, dass auch die Kinder gesetzlich versichert sind. Das Krankengeld beträgt 70 Prozent des entgangenen Brutto- oder 90 Prozent des Nettolohnes. Für solche und andere „versicherungsfremde Leistungen“ erhält die GKV jährlich einen Bundeszuschuss (2017: 14,5 Mrd. Euro), der von allen Steuerzahlern finanziert wird.

Für die Private Krankenversicherung ist keine Erstattung versicherungsfremder Leistungen vorgesehen. Eine Ausgleichszahlung aus Ihrem privaten Krankentagegeldtarif ist deshalb nicht möglich. Allerdings kann Ihr Arbeitgeber im Tarif- oder Arbeitsvertrag eine Regelung festschreiben, dass er z. B. für eine bestimmte Zahl an Tagen im Krankheitsfall des Kindes Ihren Lohn trotz Freistellung fortzahlt. Fehlt eine solche Regelung, ist Ihr Arbeitgeber ebenfalls verpflichtet zu zahlen. Grundlage hierfür ist das Bürgerliche Gesetzbuch. Eine Angabe über die Fortzahlungsdauer findet sich hier nicht. Nach einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts muss der Arbeitgeber aber den Lohn für 5 Tage pro Jahr weiterzahlen, wenn das Kind jünger als 8 Jahre alt ist.

Im Zweifelsfall sollten Sie sich an Ihren Arbeitgeber wenden und nachfragen, wie er im Krankheitsfall Ihres Kindes die Entgeltfortzahlung regelt.

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