Erhalte ich ein Krankengeld, wenn mein Kind krank ist?

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Durch die Ausbreitung der COVID-19-Pandemie mit zahlreichen Neuinfektionen haben Bundesländer temporär und lokal die Schließung von Kindertagesstätten (Kitas), Schulen sowie Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen wie Werkstätten und Tagesförderstätten angeordnet. In der Folge können viele Eltern ihrer Arbeit nicht in vollem Umfang nachgehen, weil sie sich um ihre Kinder kümmern müssen. Für die gesetzlich Versicherten soll es einen Anspruch auf Krankengeld geben, wenn sie ihre Kinder bedingt durch die Pandemie-Maßnahmen zu Hause betreuen müssen.

Diese Regelung gilt jedoch nicht für Privatversicherte und auch nicht für gesetzlich Versicherte, deren Kinder privat versichert sind. Allerdings haben diese eine andere Möglichkeit, einen Verdienstausfall wegen Betreuung ihres Kindes zum Teil zu kompensieren.

Corona: Anspruch auf Entschädigung für privatversicherte Eltern

Bis zum 31. März gibt es nach dem Infektionsschutzgesetz einen Anspruch auf Elternentschädigung. So sollen Eltern vor den finanziellen Belastungen eines Verdienstausfalls geschützt werden. Einen Entschädigungsanspruch haben abhängig Beschäftigte sowie Selbstständige, die ihr Kind wegen behördlicher Schließung oder eines Betretungsverbots der Betreuungseinrichtung aufgrund der Maßnahmen zur Corona-Eindämmung selbst beaufsichtigen, betreuen oder pflegen müssen. Bei gemeinsamer Betreuung erhalten Eltern eine Entschädigung für bis zu zehn Wochen Verdienstausfall, bei alleiniger Beaufsichtigung, Betreuung oder Pflege bis zu 20 Wochen. Voraussetzung ist, dass das Kind unter 12 Jahre alt ist oder z. B. aufgrund einer Behinderung besondere Betreuung benötigt. Gibt es eine andere zumutbare Betreuungsmöglichkeit für das Kind, haben die Eltern keinen Anspruch auf Entschädigung.

Weitere Informationen – unter anderem die genauen Bedingungen für den Erhalt der Entschädigung – finden Sie auf www.ifsg-online.de sowie in diesem Infopapier des Bundesgesundheitsministeriums.

Für Beihilfeberechtigte gilt die Regelung des Infektionsschutzgesetzes nicht. Bundesbeamtinnen und -beamte sowie Tarifbeschäftigte des Bundes können aber einen Sonderurlaub beantragen. Unter Fortzahlung der Bezüge können sie so seit 10. April 2020 bis Ende März 2021 insgesamt bis zu 34 Arbeitstage für die Betreuung ihrer Kinder verwenden. Ähnliche Regelungen gelten grundsätzlich für die Bediensteten der Länder. Beihilfeberechtigte sollten sich diesbezüglich an ihre Dienstherren wenden, sofern sie nicht bereits ausführliche Informationen erhalten haben.

Kinderkrankengeld bei Erkrankung des Kindes

Zunächst einmal gilt: Sie haben bei Erkrankung eines Kindes unter 12 Jahren das Recht auf unbezahlte Freistellung von der Arbeit. Je Kind stehen Ihnen 10 Arbeitstage im Jahr zu, insgesamt aber höchstens 25 Tage bei mehr als zwei Kindern. Für Alleinerziehende gilt ein erhöhter Anspruch von jährlich 20 Arbeitstagen pro Kind bzw. 50 Arbeitstagen insgesamt.

Gesetzlich Versicherte können einen Antrag bei ihrer Krankenkasse stellen und erhalten für die Zeit der Freistellung ein Krankengeld. Voraussetzung ist, dass auch die Kinder gesetzlich versichert sind. Das Krankengeld beträgt 70 Prozent des entgangenen Brutto- oder 90 Prozent des Nettolohnes. Für solche und andere „versicherungsfremde Leistungen“ erhält die GKV jährlich einen Bundeszuschuss (2021: 19,5 Mrd. Euro), der von allen Steuerzahlern finanziert wird.

Für die Private Krankenversicherung ist keine Erstattung versicherungsfremder Leistungen vorgesehen. Eine Ausgleichszahlung aus Ihrem privaten Krankentagegeldtarif ist deshalb nicht möglich. Allerdings kann Ihr Arbeitgeber im Tarif- oder Arbeitsvertrag eine Regelung festschreiben, dass er z. B. für eine bestimmte Zahl an Tagen im Krankheitsfall des Kindes Ihren Lohn trotz Freistellung fortzahlt. Fehlt eine solche Regelung, ist Ihr Arbeitgeber ebenfalls verpflichtet zu zahlen. Grundlage hierfür ist das Bürgerliche Gesetzbuch. Eine Angabe über die Fortzahlungsdauer findet sich hier nicht. Nach einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts muss der Arbeitgeber aber den Lohn für 5 Tage pro Jahr weiterzahlen, wenn das Kind jünger als 8 Jahre alt ist.

Im Zweifelsfall sollten Sie sich an Ihren Arbeitgeber wenden und nachfragen, wie er im Krankheitsfall Ihres Kindes die Entgeltfortzahlung regelt.

Januar 2021

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