Betriebliche Krankenversicherung: Für Privatversicherte interessant?

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Die betriebliche Krankenversicherung (bKV) ist ein Gewinn. Für Arbeitgeber, weil sie die Zufriedenheit der Mitarbeiter erhöht und bei der Anwerbung von Fachkräften ein Pluspunkt ist. Für Mitarbeiter, weil sie günstig oder sogar kostenlos einen besseren Versicherungsschutz erhalten.

Was bietet eine betriebliche Krankenversicherung Privatversicherten?

Wie gesetzlich Versicherte können auch Privatversicherte ihren Versicherungsschutz durch eine betriebliche Krankenversicherung verbessern. Ob die jeweilige bKV für den Privatversicherten von Interesse ist, hängt insbesondere von zwei Faktoren ab: 1. Wie sieht der Vollversicherungsschutz aus? 2. Welche bKV hat der (zukünftige) Arbeitgeber abgeschlossen?

Gibt es hier Unterschiede zugunsten der betrieblichen Krankenversicherung, ist diese eine wunderbare Ergänzung. Nicht nur in der Vollversicherung, sondern auch in der betrieblichen Krankenversicherung gibt es schließlich ein breites Spektrum an Tarifen mit unterschiedlichen Leistungen, wie

  • Zahntarife (besserer Zahnersatz, Zahnreinigung)
  • Krankenhaustarife (Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer und/oder Chefarztbehandlung)
  • Ambulante Tarife (z. B. Heilpraktiker, Sehhilfen, Vorsorgeuntersuchungen)
  • Auslandsreisekrankenversicherungen
  • Krankentagegeldversicherungen
  • Pflegezusatzversicherungen.

Zudem können sich häufig auch die Angehörigen der Mitarbeiter über die bKV versichern. Selbst wenn der privatversicherte Arbeitnehmer also für sich keinen Sinn im Beitritt zu einer betrieblichen Krankenversicherung sieht, könnte sie für den Ehepartner und/oder die Kinder von Interesse sein.

Was sollten Privatversicherte bei einer bKV beachten?

Das Angebot der bKV kann durchaus günstiger sein als bereits bestehender Versicherungsschutz. Dieser sollte aber nicht leichtfertig gekündigt werden. Arbeitnehmer sollten sich erkundigen, ob und zu welchen Bedingungen die Leistungen der bKV weiterversichert werden können, wenn sie den Arbeitgeber wechseln, in Rente gehen oder der Arbeitgeber den Rahmenvertrag für die bKV kündigt. Der Neuabschluss eines vergleichbaren Tarifs ist schon wegen des höheren Eintrittsalters immer teurer als der frühere Tarif.

Wer im Krankheitsfall Leistungen der Voll- und der betrieblichen Krankenversicherung in Anspruch nehmen möchte, sollte Rücksprache mit den Versicherungsunternehmen halten. Am besten ist es, sich vorab zu informieren, wie in einem solchen Fall vorzugehen ist. Es ist unbedingt zu vermeiden, dass die Versicherungen „doppelt“ zahlen. Denn bei einer schwerwiegenden Vertragsverletzung wie Abrechnungsbetrug hat der Krankenversicherer das Recht, die Vollversicherung außerordentlich zu kündigen. Der Arbeitnehmer müsste dann bei einer anderen privaten Krankenversicherung einen neuen Vertrag abschließen.

Mai 2019

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