Corona-Glossar

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Antigen-Schnelltest

Aus dem tiefen Mund-Nasen-Rachen-Raum wird durch medizinisches Fachpersonal ein Abstrich entnommen und auf einen Teststreifen aufgetragen. Der Test reagiert auf strukturelle Bestandteile des Virus, das Nucleocapsid des Virus, und liefert eine Ja-/Nein-Antwort, ob SARS-CoV-2-spezifische Proteine vorliegen. Das Testergebnis ist nach 15 bis 30 Minuten vorhanden. Damit eignet er sich für sogenannte Point-of-Care-Tests (sofort verfügbar), die z. B. in Arztpraxen direkt gemacht werden können.

Da diese Tests Bestandteile des Virus nachweisen, können die Antigen-Schnelltests bei sehr geringer Konzentration des Virus negativ ausfallen. Bei typischer Symptomatik einer Infektion mit SARS-CoV-2 (Husten, Fieber, Schnupfen, Störung des Geruchs- und/oder Geschmackssinns) und negativem Antigen-Schnelltest ist deswegen eine ergänzende PCR-Testung erforderlich.

Bis auf Weiteres ist laut Angabe des RKI die Bestätigung positiver Antigen-Testergebnisse durch die PCR erforderlich. Dies dient auch der Sicherstellung der Meldeverpflichtungen.

Die „Dritte Verordnung zur Änderung der Verordnung zum Anspruch auf bestimmte Testungen für den Nachweis des Vorliegens einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2“ ist am 15. Oktober 2020 in Kraft getreten. Demnach eignen sich Antigentests immer dann, wenn eine schnelle erste (Vor-)Entscheidung erfolgen muss (medizinisches Personal, Pflegeheimbewohner etc.).

Antikörper-Test

Über die Schleimhäute gelangen die Sars-CoV-2-Viren in den Körper. Sie docken an Rezeptoren der Zellen an, dringen ein und vermehren sich. Die körpereigenen Abwehrkräfte erkennen einen schädlichen Erreger und die Immunabwehr greift ein. Nach etwa sieben bis zehn Tagen entwickelt der Körper eine spezifische Immunantwort auf das Coronavirus – die Antikörper. Diese Abwehrzellen lassen sich im Blut nachweisen.

Der Antikörper-Test lässt keine Aussage zur akuten Infektion zu. Dieser Test dient lediglich der Frage, ob eine Infektion mit SARS-CoV-2 bereits stattgefunden hat.

In Studien wird derzeit erforscht, inwieweit das Vorhandensein von Antikörpern vor einer erneuten Infektion mit SARS-CoV-2 schützt.

Der Antikörper-Test kann nach einer Blutabnahme beim Arzt in einem Labor erfolgen.

Test-Kits sind auch für zu Hause erhältlich. Dazu wird Material durch Blutabnahme (Finger) mit einer Lanzette entnommen und in ein mitgeliefertes Probenröhrchen eingetropft. Die Blutprobe wird einem Labor zugesendet, welches im Anschluss das Ergebnis innerhalb weniger Tage übermittelt. Das Robert Koch-Institut rät aber aktuell noch von solchen Schnelltests als Kriterium für eine Diagnosestellung ab. Sie sollten nur im Rahmen von Forschungsprojekten eingesetzt werden.

Corona-Risikogebiet

Corona-Risikogebiete sind Gebiete, in denen ein erhöhtes Risiko für eine Infektion mit SARS-CoV-2 besteht. Die Einstufung von Ländern bzw. Regionen als Risikogebiet erfolgt nach gemeinsamer Analyse und Entscheidung durch das Bundesministerium für Gesundheit, das Auswärtige Amt und das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat. Die Entscheidungen werden durch das RKI bekannt gegeben.

Corona-Risikogruppe

Das Risiko einer schweren COVID-19-Erkrankung steigt ab einem Alter von 50 bis 60 Jahren stetig an.

Menschen mit verschiedenen Grunderkrankungen scheinen unabhängig vom Alter ein erhöhtes Risiko für einen schwereren Krankheitsverlauf zu haben. Dazu zählen:

•Erkrankungen des Herzens (z. B. koronare Herzerkrankung), Bluthochdruck

•Erkrankungen der Lunge (z. B. Asthma, chronische Bronchitis, COPD),

•chronischen Lebererkrankungen,

•Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit),

•eine Krebserkrankung (insbesondere bei aktueller Therapie)

•Nierenerkrankungen, Dialysepflicht

•Organtransplantation

•ein geschwächtes Immunsystem (z. B. aufgrund einer Erkrankung, die mit einer Immunschwäche einhergeht, oder durch die Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr schwächen, bspw. Cortison).

Coronavirus

Entdeckt wurde diese Form des Virus 1966. Viren sind winzige Strukturen, die Erbgut (DNA oder RNA) enthalten, aber nicht als eigenständige Lebewesen gelten. Sie benötigen andere Zellen, um sich zu vermehren.  Forscher haben bereits hunderte Arten von Coronaviren beschrieben. Sie können bei Säugetieren, Vögeln und Fischen sehr unterschiedliche Krankheiten verursachen. Den Namen Coronavirus erhielt das Virus aufgrund seines kronenartigen Aussehens unter dem Mikroskop.

Coronaviren galten lange als harmlose Verursacher von Erkältungen beim Menschen.

Wissenschaftler schätzen, dass sie für etwa 10 bis 30 % aller Infektionen der oberen Atemwege verantwortlich sind.

Seit 2002 sind Coronaviren auch Nicht-Fachleuten bekannt. Vertreter dieser Virusfamilie lösten damals eine Pandemie aus: SARS. SARS steht für eine Form der Lungenerkrankung.

Das neuartige Coronavirus, das im Dezember 2019 entdeckt wurde, trägt seit dem 11. Februar den Namen: SARS-CoV-2.

COVID-19

COVID-19 (Abkürzung für Coronavirus disease 2019) ist eine Erkrankung, die durch das Virus SARS-CoV-2 ausgelöst wird und mit einer Lungenentzündung einhergehen kann. Neben der Lunge können auch andere Organsysteme betroffen sein, z. B. Darm, Niere, Herz, Nervensystem.

Hygienepauschale

Für Arztpraxen ist es aktuell mit großen Herausforderungen ver­bunden, ihre Patienten auch in der Corona-Pandemie flächen­deckend und kontinuierlich gut zu versorgen. Daher hat der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) mit der Bundesärztekammer (BÄK) Vereinbarungen über eine „Hygiene­pauschale“ getroffen.

Ärzte können auf dieser Grundlage je Sitzung eine Hygienepauschale analog Nr. 245 GOÄ zum 1-fachen Satz in Anrechnung bringen, das entspricht 6,41 Euro. Zahnärzte können in analoger Anwendung der GOZ Nr. 3010 eine Corona-Hygienepauschale von 6,19 Euro abrechnen. Privatversicherte, die eine (Zahn-) Arztrechnung mit diesen Positionen bei ihrem Versicherungsunternehmen einreichen, bekommen die Pauschale im versicherten Umfang erstattet.

ÖGD (Öffentlicher Gesundheitsdienst)

Der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) hat auf allen politischen Ebenen eine Vielzahl von Aufgaben. Im Unterschied zur ärztlichen Tätigkeit in Krankenhäusern oder ambulanten Praxen, die vorwiegend individualmedizinisch ausgerichtet ist, sind im ÖGD auch bevölkerungsbezogene Aspekte mit präventivem Ansatz von Bedeutung.

Die Bandbreite der Aufgaben reicht dabei von Beratung und Unterstützung über Kontroll- und Überwachungsaufgaben hin zu Hilfsangeboten. Zudem werden amtsärztliche Tätigkeiten ausgeführt. Die Gesundheitsberichterstattung und die Politikberatung nehmen ein weiteres wichtiges Aufgabengebiet ein.

Die vielfältigen Aufgaben werden auf lokaler Ebene von den Gesundheitsämtern wahrgenommen. Auf der Bundesebene zählen vor allem das RKI und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) im weiteren Sinne zum ÖGD.

Der Öffentliche Gesundheitsdienst in Deutschland spielt in der Bekämpfung der COVID-19-Pandemie eine Schlüsselrolle.

PCR-Schnelltest

Statt das Material in mehreren Schritten im Labor auszuwerten, werden beim Schnellverfahren Kartuschen vor Ort verwendet. In den Kartuschen findet die PCR (Polymerasekettenreaktion) statt, bei der die Virusprobe vervielfältigt wird. Fluoreszierende Stoffe färben das Erbmaterial des Virus ein, um es sichtbar zu machen. Die Dauer des Tests wird mit 40 Minuten bis 3 Stunden angegeben. Der Transport zu einem Labor entfällt.

PCR-Test

Mit einem PCR-Test (Polymerase-Kettenreaktion) wird aus einem Abstrich z. B. aus dem tiefen Mund-Nasen-Rachen-Raum nach dem Erbmaterial des Virus (der RNA) gesucht. Dieser Test ist der am häufigsten angewandte. Zugleich ist der PCR-Test das sicherste Verfahren in der Diagnostik einer Infektion mit SARS-CoV-2.

Das Material, also das Erbgut des Virus, das bei dem Abstrich genommen wird, wird im Labor im sogenannten Thermocycler millionenfach kopiert. Dazu sind 30 – 50 Zyklen, d. h. jeweils Verdopplungen des Viren-Erbguts, notwendig.

Die Kopien werden dann mit Sonden farblich markiert und können so sichtbar gemacht werden. Sind entsprechende Farbsignale vorhanden, handelt es sich um eine „positive Probe“, das Virus ist somit nachgewiesen. Der getestete Patient trägt das Virus in sich. Unter idealen Bedingungen dauert ein solcher Test in spezialisierten Laboren 3 bis 5 Stunden.

RKI (Robert Koch-Institut)

Das Robert Koch-Institut ist ein Bundesinstitut im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit. Es ist die zentrale Einrichtung der Bundesregierung auf dem Gebiet der Krankheitsüberwachung und Krankheitsprävention. Aufgaben des RKI sind: Erkennung, Verhütung und Bekämpfung von Krankheiten, insbesondere der Infektionskrankheiten sowie der generelle gesetzliche Auftrag, wissenschaftliche Erkenntnisse als Basis für gesundheitspolitische Entscheidungen zu erarbeiten.

Seit dem 1. März 2015 wird das RKI von Herrn Professor Dr. Lothar H. Wieler geleitet.

Symptome einer Infektion mit SARS-CoV-2

Husten 45 %

Fieber 38 %

Schnupfen 20 %

Störung des Geruchs- und/oder Geschmackssinns 15 %

Pneumonie 3,0 %

Weitere Symptome sind möglich.

Gemäß § 7 (1) IfSG (Infektionsschutzgesetz) ist der direkte und der indirekte Nachweis von SARS-CoV-2 meldepflichtig, soweit dieser auf eine akute Infektion hinweist.

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