Glossar

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Überzinsen

Mit dem Begriff Überzinsen werden die erwirtschafteten Kapitalerträge bezeichnet, die über dem in der Kalkulationsverordnung (KalV) genannten Höchstrechnungszins von 3,5 % liegen. Ursächlich für das Entstehen von Überzinsen ist der Umstand, dass die Private Krankenversicherung ihre Beiträge nach dem Kapitaldeckungsverfahren kalkuliert und Alterungsrückstellungen bildet. Diese werden in Form von Kapitalanlagen über die Jahre verzinslich angelegt. Die dabei entstehenden Kapitalanlageerträge oberhalb des Höchstrechnungszinses lassen Überzinsen entstehen.

Die Überzinsen, die über den Rechnungszins hinaus entstehen, werden insbesondere für zusätzliche Beitragsentlastungen im Alter oder für Beitragsrückerstattungen verwendet. Konkret müssen mindestens 90 % der Überzinsen dem Versicherungskollektiv zufließen. Ein wesentlicher Teil wird dabei zur Beitragsentlastung im Alter unmittelbar für die über 65-Jährigen verwendet. Überzinsen tragen damit direkt zur Stabilität der Beiträge im Alter bei.

 

 

Unabhängige Patientenberatung

Patientinnen und Patienten sind im unübersichtlichen Gesundheitswesen auf verlässliche und unabhängige Informationen angewiesen. Die Unabhängige Patientenberatung Deutschlands (UPD) realisiert als deutschlandweiter Verbund unabhängiger Beratungsstellen, organisiert als gemeinnützige GmbH, ein solches Angebot.

Die Unabhängige Patientenberatung (UPD) ist über ein kostenfreies bundesweites Beratungstelefon (0800-0117722) erreichbar. Unter der fachlichen Leitung und mit gesicherten Qualitätsstandards der UPD-Bundesgeschäftsstelle bieten darüber hinaus 21 regionale Beratungsstellen der UPD eine kostenfreie Beratung persönlich vor Ort, sowie telefonisch und internetgestützt zu allen gesundheitlichen, gesundheitsrechtlichen und psychosozialen Fragen.

Die Private Krankenversicherung beteiligt sich seit 2011 an der Finanzierung der UPD. Die Mittel der PKV dienen dazu, ein eigenständiges Projekt umzusetzen: Zusätzlich zum Beratungsangebot der UPD wird ratsuchenden Menschen mit Migrationshintergrund ein muttersprachliches Beratungsangebot unterbreitet.

Die UPD setzt seit dem 1. August 2011 ein qualifiziertes Team von Ärzten, Juristen, Sozialpädagogen, Gesundheits- und Pflegewissenschaftlern mit türkischen und russischen Sprachkenntnissen ein. Sie beraten Ratsuchende in deren Muttersprache zu allen gesundheitsrelevanten Fragen unter Berücksichtigung kulturspezifischer Besonderheiten. Zudem sind bundesweit zwei kostenlose Telefonhotlines auf Türkisch (0800-0117723) und Russisch (0800-0117724) sowie spezifische Internetauftritte freigeschaltet.

Muttersprachliche Beratungseinrichtungen werden in Berlin, Stuttgart, Nürnberg und Dortmund, also in Städten mit besonders hohem Migrantenanteil, angeboten. Um darüber hinaus Barrierefreiheit für weitere Ratsuchende mit Migrationshintergrund und/oder mit sozialer Benachteiligung zu erreichen, werden die Patienteninformationen sukzessive auch in einer besonders leicht verständlichen deutschen Version zur Verfügung gestellt. Zudem kann in begründeten Ausnahmefällen die Vermittlung von Dolmetschern in Anspruch genommen werden.