Glossar

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Schadenregulierungsaufwendungen

Die Schadenregulierungsaufwendungen bezeichnen denjenigen Aufwand, der durch die Sachbearbeitung von Leistungsansprüchen entsteht – beispielsweise durch die Rechnungsprüfung. Die Versicherungsleistungen selbst fallen nicht darunter. Die Höhe der Schadenregulierungsaufwendungen hängt in erster Linie von der Versichertenstruktur ab: Je mehr kranke Versicherte eine Versicherung hat, desto höher sind ihre Schadenregulierungsaufwendungen.

Schadenrückstellung

Mit Schadenrückstellung bezeichnet man kurz die Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle. Die Unternehmen bilden diese Rückstellungen für Versicherungsfälle, die vor dem Bilanzstichtag erfolgt sind, deren Begleichung aber erst nach dem Bilanzstichtag vorgenommen werden kann.

 

Schulmedizin

Unter dem Begriff Schulmedizin wird die allgemein anerkannte und an den medizinischen Hochschulen gelehrte Medizin im Sinne einer angewandten Naturwissenschaft bezeichnet. Der Begriff Schulmedizin dient zur Abgrenzung von medizinischen bzw. heilkundlichen Lehren und Praktiken, die nicht zum Lehrkanon der akademischen Medizin gehören. Siehe auch Alternative Medizin

Selbstbehalt

Selbstbehalte sind ein wichtiges Element in der Privaten Krankenversicherung. Sie bezeichnen den Eigenanteil im Versicherungsfall können als absoluter oder prozentualer Anteil vertraglich vereinbart werden. Grundsätzlich gilt: Je höher der vereinbarte Selbstbehalt ist, desto günstiger fällt der Beitrag für den entsprechenden Tarif der Krankenversicherung aus. Laut Gesetz (§193 VVG) darf die Selbstbeteiligung pro Jahr und Person jedoch 5.000 Euro nicht übersteigen. 

 

Standardtarif

Der brancheneinheitliche Standardtarif wurde 1994 eingeführt. Dieser Tarif erfüllt in der PKV vor allem eine soziale Schutzfunktion. Er richtet sich insbesondere an Versicherte, die aus finanziellen Gründen einen besonders preiswerten Tarif benötigen. Deshalb ist der Standardtarif auch nur für bestimmte, vom Gesetzgeber definierte Personengruppen geöffnet.

Der Standardtarif steht Versicherten, die ihren Vollversicherungsvertrag vor dem 1. Januar 2009 abgeschlossen haben, unter folgenden Bedingungen offen:

  • ab vollendetem 65. Lebensjahr mit mindestens 10-jähriger Vorversicherungszeit in der PKV
  • ab vollendetem 55. Lebensjahr mit mindestens 10-jähriger Vorversicherungszeit in der PKV und einem Einkommen unter der aktuellen Versicherungspflichtgrenze
  • altersunabhängig bei Bezug einer Rente oder Pension aufgrund von Erwerbsunfähigkeit, mindestens 10-jähriger Vorversicherungszeit in der PKV und einem Einkommen unter der aktuellen Versicherungspflichtgrenze. Familienangehörige, die bei einer GKV-Mitgliedschaft des Versicherten familienversichert wären, können ebenfalls in den Standardtarif wechseln.

Die Leistungen orientieren sich am Niveau der Gesetzlichen Krankenversicherung, der Beitrag ist auf den Höchstbeitrag der Gesetzlichen Krankenversicherung begrenzt (2018: 646,06 Euro monatlich).

Neukunden ab 2009 steht anstelle des Standardtarifs der Basistarif zur Verfügung.

Weitere Informationen über den Standardtarif finden Sie in der Broschüre „Sozialtarife der PKV“.

Sterbetafel

Der PKV-Verband erstellt für die Private Krankenversicherung eine eigene Sterbetafel. Diese wird von den Mitgliedsunternehmen zur Beitragskalkulation genutzt. Während das Statistische Bundesamt die Bevölkerungssterbetafel nur aus beobachteten Werten der Vergangenheit bildet, projiziert der Verband für die PKV-Sterbetafel zusätzlich in die Zukunft. Der Verband beobachtet die Sterblichkeit laufend; ergeben sich zu große Unterschiede zwischen den Beobachtungen und der Sterbetafel, wird eine neue Sterbetafel erstellt.

Steuer

Beiträge für die Basisabsicherung in der Privaten Krankenversicherung gelten nach dem Einkommenssteuergesetz als Vorsorgeaufwendungen und sind als Sonderausgaben voll absetzbar (§10 Abs. 1 Nr. 3a EStG). Das gilt auch für die Versicherungsbeiträge von Familienmitgliedern.

Als Basisabsicherung erkennt der Gesetzgeber nur jenen Teil der Beiträge als steuermindernd an, der Leistungen auf dem GKV-Niveau entspricht. Konkret gilt dabei folgendes:

  • Versicherungsleistungen, die über eine Basisabsicherung hinausgehen (z. B. für Chefarztbehandlung im Zweibettzimmer oder erstklassigen Zahnersatz), können nicht geltend gemacht werden.
  • Krankheitskosten im Rahmen eines Selbstbehalts sind nicht nach dieser Regelung absetzbar.
  • Beitragsrückerstattungen verringern die absetzbaren Versicherungsbeiträge.

Der Krankenversicherer bescheinigt den Versicherten jedes Jahr, welcher Teil ihrer Versicherung als Basisabsicherung gewertet wird und in welcher Höhe die Versicherungsbeiträge von der Steuer abgesetzt werden können. Dabei schlüsselt er die Beiträge danach auf, welche Versicherungsteile zur Basisabsicherung gehören und welche nicht.

Im Gegensatz zur Krankenversicherung können die Beiträge zur Pflegepflicht- und Pflegezusatzversicherung zu 100 Prozent von der Steuer abgesetzt werden.