Glossar

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Risikozuschlag

Die Private Krankenversicherung (PKV) erhebt einen Risikozuschlag auf den Beitrag, wenn sie bei einem Antragsteller mit überdurchschnittlich hohen Versicherungsleistungen rechnen muss.

Entsprechend den gesetzlichen Vorgaben werden in der PKV – anders als in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) – die Beiträge risikogerecht kalkuliert. Hierfür berechnen die Versicherer mithilfe von Statistiken die Kosten, die für eine bestimmte Altersgruppe mit einem bestimmten Versicherungsumfang zukünftig zu erwarten sind. Dabei gehen sie von zunächst gesunden Neuzugängen aus.

Versicherte mit chronischen Erkrankungen oder ernsthaften Vorerkrankungen verursachen statistisch höhere Kosten. Um die zu erwartenden Mehrleistungen zu kompensieren und unangemessen hohe Beiträge für die Versicherten mit normalem Risiko zu vermeiden, berechnen die Versicherer adäquate Risikozuschläge.

Ein Risikozuschlag kann nur zu Beginn der Versicherung erhoben werden sowie bei einem Tarifwechsel, wenn der neue Tarif Mehrleistungen gegenüber dem bisherigen bietet. Im zweiten Fall darf der Risikozuschlag nur für die Mehrleistungen berechnet werden.

Allgemeine Informationen zur Beitragskalkulation finden Sie in unserer Broschüre „Die Beitragskalkulation in der Privaten Krankenversicherung“.

Rückdeckung

In Rückdeckung gegebenes Geschäft bedeutet: Gegen Zahlung einer Versicherungsprämie wird das Versicherungsrisiko an einen anderen Versicherer (Rückversicherer) abgegeben. Übernimmt ein Versicherer dagegen ein Risiko von einem anderen Versicherer gegen Zahlung eines Beitrags, so spricht man von einem in Rückdeckung genommenen Geschäft

Rückstellungen für Beitragsrückerstattung (RfB)

Die Versicherungsunternehmen bilden aus Teilen der Beitragseinnahmen und der Zinserträge Rückstellungen für Beitragsrückerstattung (RfB). Rechtliche Grundlage für die Bildung der RfB sind das Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) und die Krankenversicherungsaufsichtsverordnung (KVAV). Die Höhe der Rückstellungen für Beitragsrückerstattung ist unternehmensabhängig. Die KVAV schreibt allerdings eine Mindestzuführung vor.

Die Mittel aus den Rückstellungen für Beitragsrückerstattung können auf zwei verschiedene Arten zur finanziellen Entlastung der Versicherteneingesetzt werden:

1. als Auszahlung an die Versicherten, die damit eine „klassische“ Beitragsrückerstattung erhalten – versicherungsmathematisch „Barausschüttung“ genannt.

2. als sogenannter Einmalbeitrag, mit dem Beitragserhöhungen gemindert oder verhindert und manchmal sogar Beitragssenkungen ermöglicht werden.

Wie und in welchem Umfang die Versicherungsunternehmen die Rückstellungen für Beitragsrückerstattung verwenden, ist im VAG geregelt und bedarf zudem der Zustimmung eines unabhängigen Treuhänders. Darüber hinaus können die Versicherungen satzungsmäßige, vertragliche oder freiwillige Verpflichtungen ergänzen.