Glossar

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M

Me-too-Präparate

Me-too-Präparate werden patentierte Arzneimittel genannt, die lediglich eine geringfügige Variation bekannter Wirkstoffe enthalten. Viele dieser Präparate sind Scheininnovationen, die keine wesentlichen Vorteile gegenüber bereits eingeführten Präparaten haben, aber wesentlich teurer sind.

Seit Inkrafttreten des Arzneimittelmarktneuordnungsgesetzes (AMNOG) am 1.1.2011 müssen alle neuen Arzneimittel darauf untersucht werden, ob sie für die Patienten einen Zusatznutzen bieten oder nicht. Über Arzneimittel mit einem nachgewiesenen Zusatznutzen werden Preisverhandlungen geführt. Die vereinbarten Erstattungsbeträge gelten auch für Privatversicherte. Für Arzneimittel ohne nachgewiesenen Zusatznutzen wird ein Festbetrag im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung festgesetzt.

Hersteller haben durch die Neuregelungen einen größeren Anreiz, die Entwicklung echter Innovationen voranzutreiben.

MEDICPROOF

Die MEDICPROOF GmbH ist für die Begutachtung der privatversicherten Pflegebedürftigen zuständig und damit das Pendant der Privaten Pflegeversicherung zum Medizinischen Dienst der gesetzlichen Krankenversicherung (MDK). Über 1.000 Ärzte und Pflegekräfte besuchen bundesweit im Auftrag der MEDICPROOF Privatversicherte und prüfen, ob und nach welchem Pflegegrad sie pflegebedürftig sind. Sie wenden bei der Begutachtung dieselben Maßstäbe an wie ihre Kollegen vom MDK.

Ein Pflegegutachter berichtet über seine Tätigkeit

Medizinische Notwendigkeit

Als Privatversicherter wird eine Behandlung dann erstattet, wenn sie medizinisch notwendig und vom Versicherungsschutz abgedeckt ist. Doch wann ist eine Behandlung „medizinisch notwendig“?

Hierfür müssen drei Voraussetzungen erfüllt sein:

1. Es muss tatsächlich eine Krankheit vorliegen.

2. Die diagnostischen Maßnahmen müssen objektiv geeignet sein, die Krankheit zu erkennen bzw. Behandlungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

3. Die daraus abgeleiteten therapeutischen Maßnahmen müssen geeignet sein, wahrscheinlich zu einer Heilung oder Linderung der Krankheit zu führen oder aber ihre Verschlimmerung zu verhindern. Die Behandlung muss also zur Erkrankung passen, und sie muss von der Fachwelt als erfolgversprechend angesehen sein. Das ist im Allgemeinen dann der Fall, wenn es sich um eine wissenschaftlich anerkannte Behandlungsmethode handelt. Aber auch neue, innovative Ansätze können diese Bedingung erfüllen.

Achten Sie in jedem Fall darauf, dass die Rechnung korrekt gestellt ist - dies können Sie zum Beispiel mit unserer GOÄ-Prüfsoftware. Denn sonst kann der Versicherer die Rechnung kürzen.

Medizinprodukte

Medizinprodukte sind Instrumente, Apparate, Vorrichtungen, Stoffe und Zubereitungen aus Stoffen oder andere Gegenstände, die für medizinische Zwecke wie die Erkennung, Verhütung, Überwachung, Behandlung oder Linderung von Krankheiten, Verletzungen oder Behinderungen bestimmt sind und deren Hauptwirkung im oder am menschlichen Körper - im Gegensatz zu Arzneimitteln - nicht auf pharmakologischem, immunologischem oder metabolischem Weg erreicht wird.

Unterschieden werden verschiedene Risikoklassen, die sich am durch die Anwendung des Produktes entstehenden Risiko orientieren. Die Klassifizierung erfolgt mit Bezug auf den bestimmungsgemäßen Gebrauch.

Beispiele für Medizinprodukte sind Verbandstoffe, Gehhilfen, Hörgeräte, Produkte zur Injektion und Infusion, medizinisch-technische Geräte (z.B. Beatmungsgeräte, Dialysegeräte), Herzkatheter oder Stents.

Informieren Sie sich ausführlich über Medizinprodukte im Internetangebot des Bundesministeriums für Gesundheit: http://www.bmg.bund.de/gesundheitssystem/medizinprodukte.html.

Musterbedingungen

Die vom PKV-Verband verfassten Musterbedingungen (MB) stellen grundlegende Regelwerke dar, sie gewährleisten einen Qualitätsstandard und sichern dem Versicherungsnehmer die Gewissheit eines ausgewogenen Vertragswerkes. Es handelt sich zwar um unverbindliche Empfehlungen, über deren Verwendung die Versicherer frei entscheiden können. In der Regel beziehen sich die Unternehmen aber in ihren jeweiligen Versicherungsbedingungen auf die Musterbedingungen. Zusammen mit den Tarifbedingungen und dem jeweiligen Tarif bilden sie dann die Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB).

Die unverbindlichen Musterbedingungen im Einzelnen:

- Musterbedingungen für die Krankheitskosten- und Krankenhaustagegeldversicherung (MB/KK 2009)

- Musterbedingungen für die Krankentagegeldversicherung (MB/KT 2009)

- Musterbedingungen für die ergänzende Pflegekrankenversicherung (MB/EPV 2017)

- Musterbedingungen für die Pflegekrankenversicherung (MB/PV 2009)

Die folgenden Bedingungen sind gemäß den Vorgaben des Gesetzgebers brancheneinheitlich. Unternehmensindividuelle Versicherungsbedingungen gibt es hierzu nicht.

- Allgemeine Versicherungsbedingungen für den Basistarif (AVB/BT 2009)

- Allgemeine Versicherungsbedingungen für den Standardtarif (MB/ST 2009)

- Allgemeine Versicherungsbedingungen für den Notlagentarif (AVB/NLT 2013)

- Allgemeine Versicherungsbedingungen für die Private Pflegepflichtversicherung (MB/PPV 2017)

Die Verwendung der Musterbedingungen für die staatlich geförderte ergänzende Pflegeversicherung (MB/GEPV 2017) ist Voraussetzung für die Förderfähigkeit der Pflege-Zusatzversicherung (sogenannter Pflege-Bahr). Die Jahreszahl im Titel gibt jeweils das Jahr der letzten umfassenden Änderung an.