Glossar

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Kapitaldeckungsverfahren

Im Gegensatz zur Gesetzlichen Krankenversicherung, die nach dem Umlageverfahren arbeitet, wird die Private Krankenversicherung nach dem Kapitaldeckungsverfahren finanziert. Im Umlageverfahren werden alle laufenden Beitragseinnahmen in vollem Umfang für die laufenden Ausgaben verwendet. Es werden keine Rücklagen für die Zukunft gebildet. Im Kapitaldeckungsverfahren wird hingegen Vorsorge für die künftige Inanspruchnahme von Leistungen durch die Bildung von Alterungsrückstellungen getroffen.

Kinder / Kindernachversicherung

In Deutschland gelten für die Krankenversicherung von Kindern folgende Regeln:

  • Sind beide Elternteile privat versichert, kommt auch das Kind in die Private Krankenversicherung. Die Versicherung in einer gesetzlichen Krankenkasse ist nicht möglich.
  • Ist ein Elternteil privat und ein Elternteil gesetzlich versichert, kann das Kind privat oder gesetzlich versichert werden. Die beitragsfreie Familienversicherung in einer gesetzlichen Krankenkasse ist für das Kind allerdings nicht möglich, wenn der privatversicherte Elternteil mehr als der andere verdient und ein Einkommen über der Jahresarbeitsentgeltgrenze hat (2018: 59.400 Euro). Sind die Eltern nicht verheiratet, gilt diese Einschränkung nicht.
  • Sind beide Eltern gesetzlich krankenversichert, kann das Kind privat oder gesetzlich versichert werden. Einige Unternehmen bieten einen Versicherungsschutz ab Geburt auch dann an, wenn die Eltern nicht bei ihnen versichert sind. In diesem Fall erfolgt die übliche Gesundheitsprüfung.
     

Die Kindernachversicherung (wenn ein Elternteil oder beide bereits privat versichert sind) ist im Versicherungsvertragsgesetz geregelt (§198 VVG). Demnach nimmt der Krankenversicherer neugeborene Kinder zu erleichterten Bedingungen auf: Es findet keine Gesundheitsprüfung statt. Selbst bei schwersten Erkrankungen oder Behinderungen Ihres Kindes gibt es deshalb weder Risikozuschläge noch Leistungsausschlüsse. Ebenso wenig gelten Wartezeiten, bis die Versicherung in Anspruch genommen werden kann. Für die erleichterte Aufnahme des Kindes sind zwei Voraussetzungen zu erfüllen:

  • Wenn das Kind zur Welt kommt, muss ein Elternteil schon mindestens drei Monate lang bei einem Unternehmen privat krankenversichert sein, bei dem auch das Kind versichert werden soll.
  • Die Eltern müssen den Aufnahmeantrag für Ihr Kind innerhalb von zwei Monaten nach der Geburt stellen. Die Versicherung erfolgt dann rückwirkend.

Weitere Informationen zur Krankenversicherung von Kindern in der Privaten Krankenversicherung finden Sie hier.

Kontrahierungszwang

Unter dem Begriff Kontrahierungszwang wird die Pflicht des Versicherers verstanden, Versicherte ohne Risikoprüfung, Risikozuschläge und Leistungsausschlüsse aufzunehmen.

Kontrahierungszwang besteht in der Privaten Krankenversicherung für den Basistarif: Alle Menschen, die die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen und die Aufnahme beantragen, müssen in diesen Tarif aufgenommen werden.  

Auch für die geförderte ergänzende Pflegeversicherung, die mit dem Pflegeneuordnungsgesetz eingeführt wurde, besteht Kontrahierungszwang.

Kostenerstattung

In der PKV gilt das Prinzip der Kostenerstattung. Das bedeutet: Der Patient tritt gegenüber seinem Behandler als Selbstzahler auf und erhält den Rechnungsbetrag von seiner privaten Krankenversicherung erstattet.

Der Ablauf

Der Patient schließt mit dem behandelnden Arzt, Zahnarzt, Physiotherapeuten, … einen Behandlungsvertrag. Nach erfolgter Behandlung erstellt der Leistungserbringer eine Rechnung. Diese sollte der Patient daraufhin prüfen, ob die erbrachten und die berechneten Leistungen übereinstimmen. Zudem kann er hier kontrollieren, ob die Rechnung gemäß der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) korrekt ist.

Nun hat der Patient zwei Möglichkeiten:

  1. Er kann zuerst die Rechnung begleichen und sie anschließend ggf. zur Erstattung an seine Krankenversicherung weiterleiten. Diese Vorgehensweise ist die übliche, wenn der Patient einen Selbstbehalt vereinbart hat. Sammelt der Versicherte zunächst mehrere Rechnung und reicht sie dann bei seiner PKV ein, spart das Verwaltungskosten. Zahlreiche Versicherer belohnen das mit einer Beitragsrückerstattung.
  2. Da der Patient in der Regel eine Zahlungsfrist von 2 – 3 Wochen hat, kann er die Rechnung auch direkt an seine PKV übermitteln und erst danach begleichen. Diese Variante bietet sich insbesondere bei höheren Rechnungsbeträgen an. In diesen Fällen kann der Versicherte die PKV auch um direkte Zahlung an den Leistungserbringer bitten.

Bei Medikamenten und Hilfsmitteln wie Brillen oder Hörgeräten muss der Versicherte grundsätzlich in Vorleistung gehen. Für den Krankenhausaufenthalt hingegen erfolgt die Abrechnung in der Regel direkt zwischen Klinik und PKV, der Versicherte erhält nur eine Kopie. Lediglich Chefarztbehandlungen werden stets dem Versicherten in Rechnung gestellt.

Der Vorteil

Die Privatversicherten kennen die Kosten und den Wert ihrer Behandlung. Diese Kostentransparenz fördert die Eigenverantwortung und setzt Anreize zu kostenbewusstem Verhalten.

Kostenversicherung

Bei den meisten Krankenversicherungsarten handelt es sich um Kostenversicherungen. Dies bedeutet, dass die tatsächlich entstandenen Kosten ganz oder teilweise erstattet werden. Die Alternative zur Kostenversicherung ist die Tagegeldversicherung. Hier wird unabhängig von den tatsächlichen Kosten pro Tag eine vertraglich vereinbarte Summe an den Versicherten ausgezahlt.

Kündigung

Grundsätzlich können Sie Ihre private Krankenversicherung zum Ende jedes Versicherungsjahres mit einer Frist von 3 Monaten kündigen. Ob das Versicherungsjahr mit dem Kalenderjahr übereinstimmt oder zu einem anderen Zeitpunkt endet, können Sie in Ihren Versicherungsunterlagen nachlesen. Wurde zu Versicherungsbeginn eine Mindestvertragsdauer vereinbart, können Sie allerdings nicht vor deren Ablauf kündigen.

Ein Sonderkündigungsrecht haben Sie im Falle einer Beitragserhöhung. Die Kündigungsfrist beträgt dann 2 Monate ab Erhalt der Änderungsmitteilung. Der Vertrag endet dann zum Zeitpunkt der Beitragsänderung.

Darüber hinaus müssen Sie folgendes beachten:

  • Da eine Pflicht zur Versicherung besteht, müssen Sie bei Wechsel des Versicherungsunternehmens nachweisen, dass Sie ununterbrochen versichert sind. Diesen Nachweis müssen Sie bis zum Ende der alten Versicherung vorlegen. Nutzen Sie ein Sonderkündigungsrecht und endet ihre Versicherung weniger als 2 Monate nach Ihrer Kündigung, muss der Nachweis spätestens 2 Monate nach Ihrer Kündigung bei Ihrem alten Versicherer sein.
  • Werden Sie versicherungspflichtig in der Gesetzlichen Krankenversicherung, können Sie Ihre Versicherung zum Eintritt der Versicherungspflicht kündigen. Das ist auch noch rückwirkend innerhalb von drei Monaten nach Beginn der Versicherungspflicht möglich (§ 205 VVG). Ihr Versicherer wird von Ihnen einen Nachweis fordern, dass Sie versicherungspflichtig geworden sind. Kommen Sie dieser Aufforderung nicht innerhalb von 2 Monaten nach, ist die Kündigung unwirksam – es sei denn, Sie haben die Verzögerung nicht zu verantworten. Halten Sie die genannten Fristen nicht ein, können Sie auch später noch zum Ende des Monats kündigen, in dem Sie Ihre Versicherungspflicht nachweisen. Wenn Sie nicht versicherungspflichtig werden, sondern einen Anspruch auf Familienversicherung in der GKV oder einen dauerhaften Anspruch auf Heilfürsorge erhalten, gelten die gleichen Fristen.

 

Ihre Versicherung darf Ihnen übrigens in der Regel nicht kündigen. Eine außerordentliche Kündigung ist nur möglich, wenn Sie bei der Gesundheitsprüfung falsche Angaben machen oder eine andere schwerwiegende Vertragsverletzung begehen (z.B. Betrug). Mehr dazu...