Glossar

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Hausarzt

Die Funktion des Hausarztes wird in der Regel von Allgemeinmedizinern, Internisten oder Kinderärzten ausgeübt. Der Begriff Praktischer Arzt ist keine Fachgebietsbezeichnung und mittlerweile veraltet.

Bei gesundheitlichen Problemen ist der Hausarzt erste Anlaufstation. Er ist in der Regel mit der individuellen Krankheitsgeschichte und den Lebensumständen des Patienten besonders vertraut, spricht die nächsten Behandlungsschritte ab und berät bei Therapieentscheidungen sowie bei der Auswahl von Kliniken und Fachärzten. Im besten Fall koordiniert er als Lotse die gesamte Behandlung.

Der Hausarzt kann dazu beitragen, belastende Doppeluntersuchungen und -behandlungen zu vermeiden.

Hebamme / Entbindungspfleger

Geburten in Deutschland erfolgen grundsätzlich unter der Leitung oder zumindest Einbindung einer Hebamme oder eines Entbindungspflegers. Nach dem Hebammengesetz sind Ärzte verpflichtet, dafür Sorge zu tragen, dass bei einer Entbindung eine Hebamme bzw. ein Entbindungspfleger hinzugezogen wird.

Darüber hinaus betreuen Hebammen und Entbindungspfleger Frauen während der Schwangerschaft und im Wochenbett und bieten Vorbereitungs- und Rückbildungskurse an. Eine weitere wichtige Aufgabe ist es, die Mütter bei der Pflege und Ernährung der Neugeborenen zu unterstützen und beraten.

Die Berufsbezeichnung „Hebamme“ oder „Entbindungspfleger“ darf nur führen, wer die entsprechende staatliche Prüfung bestanden hat. Die vorhergehende Ausbildung dauert drei Jahre und erfolgt in Hebammenschulen, die an Krankenhäuser angegliedert sind.

Hebammen und Entbindungspfleger haben entweder eine feste Anstellung in einer Klinik oder sind freiberuflich tätig. Als Freiberufliche können sie auch in einem Geburtshaus angesiedelt sein oder als Beleghebamme die von ihnen betreuten Frauen in einem Krankenhaus entbinden.

Heilpraktiker

Als Heilpraktiker sind in Deutschland Personen tätig, die Heilkunde ausüben, ohne über die ärztliche Approbation zu verfügen. Die Tätigkeit ist eine historisch erklärbare Besonderheit in Deutschland und beruht auf dem Heilpraktikergesetz und dessen Durchführungsverordnung.

Heilpraktiker ist kein Ausbildungsberuf, es gibt keine gesetzlich geregelte Ausbildung und keine einheitliche Prüfungsordnung oder Ähnliches. Zwar bieten private Heilpraktikerschulen einschlägige Ausbildungen an, in der Regel auch mit Abschlussprüfung oder Zertifikat, jedoch mit unterschiedlichen Inhalten und unterschiedlicher Dauer sowie ohne „staatliche“ Vorgaben im Sinne einer einheitlichen und überprüfbaren Qualität.

Neben Formalien (Mindestalter 25 Jahre, Hauptschulabschluss etc.) ist die einzige Voraussetzung, um als Heilpraktiker tätig zu sein, das Bestehen einer Überprüfung durch das zuständige Gesundheitsamt. Hierbei hat der Betreffende Kenntnisse und Fähigkeiten nachzuweisen, dass von ihm keine „Gefahr für die Volksgesundheit“ ausgehe.

Bestimmte Behandlungen/Tätigkeiten dürfen Heilpraktiker nicht durchführen:

  • Behandlung von Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten,
  • Behandlung meldepflichtiger Infektionskrankheiten (z. B. Virushepatitis, Diphtherie, Masern), (sexuell) übertragbare Krankheiten,
  • Geburtshilfe,
  • Verordnung verschreibungspflichtiger Medikamente oder von Betäubungsmitteln,
  • Leichenschau; Ausstellung eines Totenscheins,
  • Organentnahme,
  • Strahlentherapie.

Die Abrechnung von Leistungen der Heilpraktiker erfolgt über das Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker (GebüH).

Herstellerrabatte

Die Pharmaunternehmen sind gesetzlich verpflichtet, den gesetzlichen Krankenkassen einen Herstellerrabatte auf Arzneimittel zu gewähren. Vereinbarungen im Rahmen der Preisverhandlungen für neue Arzneimittel können diese Rabatte allerdings ablösen.

Mit dem Gesetz über Rabatte für Arzneimittel (Arzneimittelrabattgesetz) wurden die Herstellerrabatte auch auf den Bereich der Privaten Krankenversicherung übertragen. Im Auftrag der PKV und der Beihilfeträger kümmert sich die Zentrale Stelle zur Abrechnung von Arzneimittelrabatten (ZESAR) um den Erhalt der Abschläge von den einzelnen Pharmaunternehmen. Die Versicherungsunternehmen dürfen die gewährten Rabatte ausschließlich zur Vermeidung oder Begrenzung von Prämienerhöhungen verwenden.

Höchstrechnungszins

Der Höchstrechnungszins, irrtümlich auch Garantiezins genannt, legt den Zinssatz fest, der für die Prämienberechnung und die Berechnung der Alterungsrückstellung höchstens verwendet werden darf. Er beträgt in der Privaten Krankenversicherung 3,5 Prozent (§ 4 Kalkulationsverordnung).

Wenn ein Unternehmen diesen Wert bei der Prognose zur Verzinsung seiner Kapitalanlagen nicht erreicht, ist es gehalten, mit dem niedrigeren erwirtschafteten Zins zu kalkulieren. Eine solche Absenkung des Rechnungszinses ist für neue Tarife jederzeit möglich. Bei Bestandsversicherten kann und muss der Rechnungszins bei einer solch abgesenkten Prognose bei der nächsten Beitragsanpassung abgesenkt werden. Solange der Rechnungszins im Bestand aber erreicht wird, darf er nicht gesenkt werden.

Wenn der Marktzins über dem rechnungsmäßigem Zins liegt, entstehen Zinserträge, die versicherungsmathematisch als „Überzinsen“ bezeichnet werden.

Homöopathie

Homöopathie ist eine Behandlungsform der alternativen/komplementären Medizin. Sie geht auf den Mediziner Samuel Hahnemann zurück, der die Prinzipien Ende des 18. Jahrhunderts entwickelt hat. Die Homöopathie geht davon aus, dass Substanzen, die bei einem gesunden Menschen bestimmte Symptome auslösen, dieselben Symptome bei Kranken lindern, nach dem Leitsatz Heile Ähnliches durch Ähnliches.

Die Homöopathie behandelt mit speziellen, nach festgelegten Bestimmungen hergestellten, verdünnten Stoffen (Potenzierung bzw. Dynamisierung) in geringer Dosierung, wobei nicht ein Krankheitsbild bekämpft, sondern die Selbstheilungskräfte des Körpers angeregt werden sollen.  Die errechneten Konzentrationen können so niedrig ausfallen, dass sie tatsächlich keinen Wirkstoff mehr enthalten.