Glossar

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B

BaFin

Das Kürzel BaFin steht für die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht mit Sitz in Frankfurt a.M. und Bonn. Unter ihrem Dach vereinigt sie die Aufsicht über Banken und Finanzdienstleister, Versicherer und den Wertpapierhandel in Deutschland. So entscheidet die BaFin unter anderem über die Zulassung von privaten Krankenversicherern auf dem deutschen Markt oder testet im sogenannten "Stresstest" deren Risikomanagement und Kapitalanlagen. Als selbstständige Anstalt des öffentlichen Rechts unterliegt sie der Rechts- und Fachaufsicht des Bundesministeriums der Finanzen und finanziert sich aus Gebühren und Umlagen der beaufsichtigten Institute und Unternehmen.

Barausschüttung

Die Barausschüttung ist das, was man klassischerweise unter Beitragsrückerstattung versteht. Diese erhält ein Versicherter, wenn er über einen vertraglich vereinbarten Zeitraum hinweg keine Leistungen in Anspruch nimmt, das heißt bei seinem Versicherungsunternehmen keine Rechnungen einreicht.

Erfolgt die Beitragsrückerstattung durch eine Geldauszahlung und nicht durch Verrechnung, so spricht man von Barausschüttung. Die Höhe der Barausschüttung hängt von der Dauer der Leistungsfreiheit und den tariflich vereinbarten Rückerstattungsbeträgen ab.

Basisfallwert

Der Basisfallwert wird zugrundegelegt, um den Preis einer Krankenhausbehandlung zu berechnen. Die Landesverbände der gesetzlichen Krankenkassen und die Landesausschüsse des PKV-Verbandes verhandeln jährlich mit den Landeskrankenhausgesellschaften die Höhe des jeweiligen Landesbasisfallwerts. Dieser gilt im darauffolgenden Jahr für jedes Krankenhaus im Bundesland. Können sich die Vertragspartner bis zum 30. November nicht auf einen Wert einigen, entscheidet die Krankenhaus-Schiedsstelle.

Die Landesbasisfallwerte wurden bis 2014 schrittweise an einen einheitlichen Basisfallwertkorridor angeglichen, dessen Grenzen bei + 2,5 Prozent und - 1,25 Prozent um einen einheitlichen Bundesbasisfallwert liegen. Ab 2016 ist eine untere Grenze von - 1,02 Prozent geplant.

Basistarif

Der Basistarif wurde zum 1. Januar 2009 eingeführt. Seit diesem Zeitpunkt gilt auch die Pflicht zur Versicherung für Personen, die der PKV zuzuordnen sind, wie z. B. Selbstständige und Beamte. Der Basistarif wurde als Garantie geschaffen, dass auch Personen mit schweren Vorerkrankungen Aufnahme in die PKV finden. Denn wer versicherungsberechtigt ist, darf grundsätzlich nicht abgelehnt werden.

Die Höhe des Beitrages zum Basistarif ist abhängig von den versicherten Leistungen und vom Eintrittsalter. Sogenannte Vorerkrankungen bleiben beim Basistarif unberücksichtigt; individuelle Risikozuschläge werden nicht erhoben. Mehrkosten infolge von Vorerkrankungen werden nach den gesetzlichen Vorgaben auf alle im Basistarif Versicherten verteilt. Der Beitrag ist auf den Höchstbeitrag zur GKV plus den durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz der Krankenkassen begrenzt. Er beträgt im Jahr 2018 monatlich 690,31 Euro. Weist ein Basistarifversicherter Hilfebedürftigkeit im Sinne des Sozialrechts nach, so wird sein Beitrag halbiert. Können hilfebedürftige Personen auch diesen halbierten Beitrag nicht aufbringen, beteiligt sich der Grundsicherungs-/Sozialhilfeträger im erforderlichen Umfang an dem Versicherungsbeitrag bzw. übernimmt ihn gegebenenfalls vollständig.

Im Basistarif gelten limitierte Gebührensätze

Der Basistarif wird sowohl als 100-Prozent-Absicherung als auch in einer beihilfekonformen Variante angeboten. Im Basistarif gelten limitierte Gebührensätze für die ärztliche und zahnärztliche Behandlung.

Der Basistarif unterscheidet sich wesentlich von anderen Tarifen der PKV-Produktwelt: Er ist ein vom Gesetzgeber gestaltetes Produkt, das den Leistungsumfang der GKV abbilden soll. Daher können im Basistarif, anders als in anderen PKV-Tarifen, gesetzlich vorgegebene Kürzungen stattfinden.

Erfahren Sie mehr zum Basistarif in unserer Broschüre Sozialtarife der PKV.

Beihilfe

Beamte und manche Angestellte des öffentlichen Dienstes erhalten im Krankheits- und Pflegefall sowie bei Geburt und Tod in der Regel eine finanzielle Unterstützung von ihrem Dienstherrn (Bund, Bundesland oder Kommune). Diese Unterstützung wird Beihilfe genannt.

Auch für Ehegatten und eingetragene Lebenspartner sowie für Kinder bis zum 25. Lebensjahr ohne eigenes oder mit nur geringem Einkommen erhalten die Beamten Beihilfe. Die Beihilfe beträgt in der Regel 50 Prozent, für Beamte mit mindestens zwei Kindern 70 Prozent sowie für Ehegatten 70 Prozent und Kinder 80 Prozent. Pensionäre erhalten eine Beihilfe in Höhe von 70 Prozent der Krankheitskosten.

Seit 2009 sind Beihilfeempfänger gesetzlich verpflichtet, sich für den von der Beihilfe nicht abgedeckten Anteil ihrer Krankheitskosten zu versichern.

Die Private Krankenversicherung (PKV) bietet Beamten einen Versicherungsschutz an, der auf die Leistungen der Beihilfe abgestimmt ist. Unter bestimmten Voraussetzungen ermöglicht die PKV Beamtenanfängern, gesetzlich versicherten Beamten und ihren Angehörigen einen erleichterten Zugang zu einer privaten Krankenversicherung. Dieser Zugang im Rahmen der sogenannten Öffnungsaktionen ist insbesondere für Personen mit schwereren oder chronischen Vorerkrankungen interessant, die zu hohen Risikozuschlägen führen würden. Weitere Informationen dazu erhalten Sie in dieser Broschüre.

Beamtenanfängern bietet die PKV zudem unter www.beamte-in-der-pkv.de ein übersichtliches und leicht verständliches Informationsangebot zum Thema PKV und Beihilfe.

Beitragsbemessungsgrenze

Die Beitragsbemessungsgrenze der Gesetzlichen Krankenversicherung gibt an, bis zu welcher Höhe das Einkommen gesetzlich Versicherter für die Berechnung ihres Krankenversicherungsbeitrags berücksichtigt wird. Die Beitragsbemessungsgrenze wird jährlich entsprechend der durchschnittlichen Lohn- und Gehaltsentwicklung angepasst.

Für die Private Krankenversicherung (PKV) ist sie im Zusammenhang mit dem Arbeitgeberzuschuss und dem Höchstbeitrag im Standardtarif und Basistarif von Bedeutung:

  • Der maximale Arbeitgeberzuschuss (2019: 351,66 Euro) zur PKV beträgt die Hälfte des Höchstbeitrags in der Gesetzlichen Krankenversicherung und entspricht somit dem maximalen Arbeitgeberbeitrag für gesetzlich versicherte Arbeitnehmer. Der GKV-Höchstbeitrag errechnet sich aus der Beitragsbemessungsgrenze (2019: 4.537,50 Euro monatlich), dem allgemeinen Beitragssatz der gesetzlichen Krankenversicherung (2019: 14,6 %) und dem durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz der gesetzlichen Krankenkassen (2019: 0,9 %). Allerdings beträgt der Arbeitgeberzuschuss höchstens die Hälfte des Betrages, den der Beschäftigte für die Krankenversicherung tatsächlich aufzuwenden hat.
  • Der Höchstbeitrag in der Gesetzlichen Krankenversicherung begrenzt auch die Beiträge im Standard- und Basistarif. Ausgehend von der Beitragsbemessungsgrenze und dem durchschnittlichen Beitragssatz (2019: 14,6 % - Allgemeiner Beitragssatz) beträgt der Höchstbeitrag für den Standardtarif im Jahr 2019 662,48 Euro. Im Basistarif wird noch der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz (für 2019: 0,9 %) der gesetzlichen Krankenkassen hinzugerechnet, so dass sich für 2019 ein Höchstbeitrag von 703,32 Euro ergibt.

 

Beitragserhöhung

Grundlage für Ihren Beitrag sind der gewünschte der Versicherungsumfang sowie Ihr Alter und Ihr Gesundheitszustand bei Versicherungsbeginn. Haben Sie Ihre Versicherung vor dem 21. Dezember 2012 abgeschlossen, spielt auch Ihr Geschlecht eine Rolle.

Um den Beitrag möglichst stabil zu halten, gibt es drei Vorsorgemechanismen:

  1. Der Versicherer kalkuliert den Beitrag von vornherein für die absehbaren Gesundheitskosten der gesamten Lebenszeit. Das heißt, der Versicherte zahlt in jungen Jahren mehr, als er im Schnitt an Kosten verursacht. Mit den restlichen Beitragsanteilen werden Rückstellungen gebildet, die verzinst und im Alter für die Versicherten eingesetzt werden.
  2. Falls Überschüsse anfallen, werden sie zum allergrößten Teil den Versicherten wieder gutgeschrieben – vor allem als weitere Reserve für das Alter, aber auch als Barauszahlung.
  3. Als zusätzliche Vorsorge zahlt der Versicherte bis zu seinem 60. Lebensjahr zehn Prozent Sicherheitsreserve auf seinen Beitrag.

Steigen die Kosten in einem Tarif dennoch um mehr als 10 Prozent - aufgrund von neuen Behandlungs- und Operationsmethoden, neuen und ggf. teureren Medikamente - muss das Versicherungsunternehmen die Beiträge anpassen. Die Richtigkeit der Auswertungen und Berechnungen kontrolliert ein unabhängiger Treuhänder: Ohne seine Zustimmung darf der Versicherer seine Beiträge nicht ändern. Schließlich wacht die Aufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) über die Richtigkeit der Prämienkalkulation.

Anders als gesetzlich Versicherte können Privatversicherte aber auch selbst beeinflussen, wie hoch ihr Beitrag jeweils ist. So können sie zum Beispiel mit Selbstbehalten den Beitrag senken oder in einen günstigeren Tarif wechseln. Wer ein ganzes Jahr lang keine Rechnungen eingereicht hat, bekommt zudem häufig eine Beitragsrückerstattung

Die PKV erklärt: Die Beitragskalkulation in der Privaten Krankenversicherung

Die PKV erklärt: Die Beitragsentwicklung in der Privaten Krankenversicherung

Beitragsrückerstattung

Die Private Krankenversicherung kennt verschiedene Arten der Beitragsrückerstattung. Am bekanntesten ist die Folgende: Der Versicherte reicht ein Jahr lang keine Rechnungen ein und erhält deshalb von der Versicherung einen festen Betrag oder ein bis mehrere Monatsbeiträge zurück. Je länger der Versicherte keine Versicherungsleistungen in Anspruch nimmt, desto höher ist in der Regel die Beitragsrückerstattung. (Vorsorgeuntersuchungen sind meistens ausgenommen und gefährden deshalb die Beitragsrückerstattung nicht.)

Zudem zahlen manche Versicherer einen kleineren Teil der Beiträge zurück, wenn ein Versicherter nur ein bis maximal zwei Mal im Jahr Rechnungen einreicht.

Schließlich gibt es noch die Beitragsrückerstattungen, die der Versicherte nicht direkt als solche wahrnimmt. In diesem Fall setzt das Versicherungsunternehmen die sogenannten Rückstellungen für Beitragsrückerstattung dafür ein, eine Beitragserhöhung zu mindern, zu verhindern oder sogar den Beitrag zu senken. Diese Verrechnung ist unabhängig vom Verhalten des einzelnen Versicherten, hier sind die Ausgaben für das gesamte Kollektiv entscheidend.

Weitere Informationen zur Beitragsrückerstattung und zur Beitragskalkulation insgesamt finden Sie in unserer Broschüre „Die Beitragskalkulation in der Privaten Krankenversicherung“.

Belegarzt

Der Belegarzt ist ein nicht im Krankenhaus angestellter Arzt. Er ist jedoch berechtigt, seine Patienten (Belegpatienten) im Krankenhaus unter Inanspruchnahme der hierfür bereitgestellten Dienste, Einrichtungen und Mittel stationär oder teilstationär zu behandeln. Der Belegarzt geht mit Ihnen als Patient einen Behandlungsvertrag ein, aus dem bestimmte Pflichten und Rechte entstehen.

Die Liquidation seiner Leistungen gegenüber Ihnen als Privatpatient erfolgt nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Die Gebühren sind um einen Minderungssatz von 15 Prozent zu reduzieren. Damit wird sichergestellt, dass Sie die im ärztlichen Honorar enthaltenen Sachkosten nicht doppelt bezahlen, als Arzthonorar und Entgelt für die allgemeinen Krankenhausleistungen.

Ausgenommen von der Minderungspflicht sind der Zuschlag für Belegarztvisite je Tag (Buchstabe J Abschnitt B V. der GOÄ), die Entschädigung für Wegegeld (bis zu 25 km) und Reisen (mehr als 25 km) sowie der Ersatz von Auslagen. Dem Krankenhaus werden die Kosten, die durch die Inanspruchnahme von Personal, Räumen und Geräten bei der Behandlung durch den Belegarzt entstehen, entsprechend erstattet.

Betriebliche Krankenversicherung

Die betriebliche Krankenversicherung (bKV) beschreibt Zusatzversicherungen, die Arbeitgeber ihren Mitarbeitern ermöglichen.

Dabei handelt es sich um Gruppentarife, also Versicherungen, die für die gesamte Belegschaft oder Mitarbeitergruppen vereinbart werden. Gruppentarife haben den Vorteil, dass das Versicherungsunternehmen die Beiträge günstiger kalkulieren kann, Wartezeiten entfallen und nur vereinfachte oder keine Risikoprüfungen durchgeführt werden.

Je nach Ausgestaltung des Versicherungsvertrages können auch Familienmitglieder in die betriebliche Krankenversicherung einbezogen werden.

Betriebliche Krankenversicherungen können Arbeitgeber bei der Gewinnung qualifizierter Mitarbeiter unterstützen, da sie die Attraktivität des Arbeitgebers und die Zufriedenheit im Unternehmen steigern.

Hinsichtlich der Finanzierung kann der Arbeitgeber entscheiden, ob er die Versicherungsbeiträge komplett oder teilweise übernimmt oder aber lediglich die Rahmenbedingungen schafft und dadurch seinen Mitarbeitern eine günstige Versicherung ermöglicht.

Die Versicherungsmöglichkeiten in der betrieblichen Krankenversicherung sind vielfältig. In der Regel ergänzen sie die Leistungen der Gesetzlichen Krankenversicherung. Der Arbeitgeber kann aus verschiedenen Tarifmodulen, z. B. für die Bereiche Krankenhaus, Zahn oder erweiterte Vorsorgeuntersuchungen, den Versicherungsschutz für seine Mitarbeiter auswählen. Scheidet ein Mitarbeiter aus dem Unternehmen aus, besteht die Möglichkeit, den Vertrag privat fortzuführen.

Bürgerversicherung

„Bürgerversicherung“ nennen die Parteien SPD, Grüne und Die Linke ihre Reformkonzepte zur Finanzierung des deutschen Gesundheitssystems. Die drei Parteien setzen sich darin für die Abschaffung des Zwei-Säulen-Systems aus Privater und Gesetzlicher Krankenversicherung und für die Einführung einer Einheitsversicherung für alle „Bürgerinnen und Bürger“ aus. In dieses Einheitssystem werden alle Versicherten einbezogen, auch diejenigen, die heute nach geltendem Recht von der Versicherungspflicht in der Gesetzlichen Krankenversicherung befreit sind.

Unterschiedliche Studien belegen, dass Einheitsversicherungen wie die Bürgerversicherung in Deutschland nicht nur Arbeitsplätze und eine hochwertige medizinische Versorgung mit einem flächendeckenden Netz aus niedergelassenen Allgemeinmedizinern und Fachärzten gefährdert, sondern erst recht zu Rationierungen und Zwei-Klassen-Medizin führen. Ausführliche Informationen zur Bürgerversicherung gibt es hier.