Leistungen für Privatpatienten

Allgemeiner Versicherungsfall

In der Privaten Krankenversicherung ist der Versicherungsfall definiert als die medizinisch notwendige Heilbehandlung einer versicherten Person wegen Krankheit oder Unfallfolgen. Eine Behandlungsmaßnahme ist medizinisch notwendig, wenn es nach den objektiven medizinischen Befunden und wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Zeitpunkt der Behandlung vertretbar war, sie als medizinisch notwendig anzusehen.

Grundsätzlich ist die Leistungspflicht des Versicherers nicht auf schulmedizinische Behandlungsmethoden beschränkt. Der Versicherer ist nach den einschlägigen Versicherungsbedingungen auch zur Kostenübernahme verpflichtet, wenn sich eine Behandlungsmethode im Vergleich zu schulmedizinischen Maßnahmen in der Praxis als ebenso erfolgversprechend bewährt hat oder angewandt wird, weil keine schulmedizinische Methode zur Verfügung steht.

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Früherkennung / Prävention

Als Privatversicherter haben Sie gem. § 1 Abs. 2 der Musterbedingungen für die Krankheitskosten- und Krankenhaustagesgeldversicherung (MB/KK 2009) Anspruch auf Untersuchungen zur Früherkennung von Krankheiten nach gesetzlich eingeführten Programmen (gezielte Vorsorgeuntersuchungen). Als in diesem Sinne gesetzlich eingeführt gelten sie, wenn und soweit der Gemeinsame Bundesausschuss hierzu Richtlinien erlassen hat.

Dazu gehören

  • Früherkennungsuntersuchung von Gebärmutterhalskrebs, ab dem Alter von 20 Jahren,
  • Brustuntersuchung der Frau, ab dem Alter von 30 Jahren,
  • Hautkrebsscreening, ab dem Alter von 35 Jahren,
  • Früherkennungsuntersuchung von Prostatakrebs, ab dem Alter von 45 Jahren,
  • Dickdarm- und Rektumuntersuchung zur Früherkennung von Darmkrebs, im Alter von 50 bis 54 Jahren,
  • Darmspiegelung zur Früherkennung von Darmkrebs, ab dem Alter von 55 Jahren,
  • Mammografiescreening zur Früherkennung von Brustkrebs, im Alter von 50 bis 69 Jahren.

Viele Versicherungstarife sehen darüber hinaus gezielte Vorsorgeuntersuchungen ohne konkrete Diagnose und Alterungsbeschränkungen vor.

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Mammografie-Screening

Das bundesweite Brustkrebs-Screening- Programm bietet mit einem zentralen Einladungsverfahren Frauen von 50 bis 69 Jahren alle zwei Jahre eine Früherkennungsuntersuchung der Brust mittels Mammografie. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei 63 Jahren. Grundlage des Screening-Programms ist die Früherkennungsrichtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses. Damit erfüllt das Programm die Bedingungen einer gesetzlich eingeführten Vorsorgeuntersuchung im Sinne der Bedingungen der Privaten Krankenversicherung, so dass die Kosten erstattet werden, soweit nicht vereinbarte Selbstbehalte dagegen stehen oder Beitragsrückerstattung angestrebt wird. Entsprechend beteiligt sich der Verband der Privaten Krankenversicherung auch an der Finanzierung der Organisationskosten.

Antworten zu häufig gestellten Fragen zum Mammografie-Screening finden Sie hier.

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Notfall im In- oder Ausland

Die medizinische Notfallbehandlung ist im Versicherungsschutz für die „medizinisch notwendige Behandlung einer versicherten Person wegen Krankheit oder Unfallfolgen“ enthalten.

Der private Versicherungsschutz erstreckt sich ganzjährig auf Heilbehandlungen in Europa; außerhalb Europas bis zu einem Monat (teilweise bis zu drei Monaten). Bei akuten Krankheiten oder Unfällen sind damit auch bei einem Auslandsaufenthalt die medizinisch notwendige Behandlung sowie die freie Arzt- und Krankenhauswahl gewährleistet.

Ihre Private Krankenversicherung trägt die Kosten für eine Krankenwagenfahrt zum nächstgelegenen Krankenhaus. Bei Reiseantritt sollten Sie prüfen, ob ein eventuell medizinisch notwendig werdender Rücktransport finanziell abgesichert ist. Ansonsten empfiehlt sich der Abschluss einer Auslandsreisekrankenversicherung. Informationen dazu finden Sie hier.

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Impfungen

Unter Impfungen bzw. Schutzimpfungen versteht man die Erzeugung einer Immunität (Unempfindlichkeit des Organismus, hier insbesondere für eine Infektion mit Mikroorganismen) zur Vorbeugung gegen Infektionskrankheiten. Schutzimpfungen sind streng genommen, obwohl krankheitsvorbeugende Maßnahme, keine medizinisch notwendige Heilbehandlung.

Die Unternehmen der PKV erstatten im Rahmen der Bedingungen des individuellen Versicherungsvertrages in der Regel die Kosten der von der Ständigen Impfkommission beim Robert-Koch-Institut für Deutschland empfohlenen Schutzimpfungen.

Bei arbeits- oder reisemedizinischen Impfungen sollten Sie sich bei Ihrer Krankenversicherung erkundigen, ob die Kosten übernommen werden oder gegebenenfalls über einen speziellen Tarif abgedeckt werden können.

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Alternative Behandlungsmethoden

Neben den von der Schulmedizin überwiegend anerkannten Behandlungsmethoden und Arzneimitteln zahlt Ihre Versicherung auch für alternative Methoden und Arzneimittel, die sich in der Praxis als ebenso erfolgversprechend bewährt haben oder die angewandt werden, weil keine schulmedizinischen Methoden zur Verfügung stehen.

Die Wirksamkeit der Behandlungsmethoden ist nicht immer zweifelsfrei erwiesen. Sie sollten sich daher vor Beginn einer Behandlung unbedingt bei Ihrem Privaten Versicherungsunternehmen erkundigen, ob und in welchem Umfang die in Frage kommende Behandlung im Versicherungsschutz enthalten ist.

Typische alternative Behandlungsmethoden sind beispielsweise Akupunktur der traditionellen chinesischen Medizin, Homöopathie oder Phytotherapie.

Alternative Heilmethoden werden von Ärzten sowie Heilpraktikern angeboten.

Bei Ärzten bescheinigen die Zusatzbezeichnungen Balneologie und Medizinische Klimatologie, Homöopathie und Naturheilverfahren eine Weiterbildung im Bereich alternativer Heilmethoden.

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Ambulante Operationen

Viele Operationen können heute ohne stationäre Aufnahme in Facharztpraxen, Kliniken oder Tageskliniken durchgeführt werden. Moderne Operationstechniken, zum Beispiel minimal-invasive chirurgische Methoden, und schonende Narkosen belasten den menschlichen Organismus weniger und machen so viele Operationen ambulant möglich.

Der Bundesverband für Ambulantes Operieren e.V. gibt Ihnen ausführliche Antworten auf Fragen zu diesem Themenbereich, aber auch Beispiele für Operationen, die ambulant durchführbar sind.

Falls bei Ihnen die Notwendigkeit eines operativen Eingriffs festgestellt wurde, besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob diese Operation ambulant durchgeführt werden kann. Entscheidend dabei ist auch, was Sie als Patient möchten. Sie sollten sich sicher und wohl fühlen.

In jedem Fall wird vor dem Eingriff mit Ihnen ein Aufklärungsgespräch geführt, in dem Sie über den geplanten Eingriff, die Erfolgsaussichten und Risiken, die Nachbehandlung und gegebenenfalls alternative Behandlungsmethoden aufgeklärt werden. Außerdem werden Sie vor der eigentlichen Operation auf Ihren Gesundheitszustand und Ihre Narkosefähigkeit hin untersucht. Die Aufklärung über die Anästhesie (Lokalanästhesie, Regionalanästhesie oder Vollnarkose) erfolgt durch den Anästhesisten bzw. Narkosearzt.

Je nach Art der Operation und Narkose können Sie in der Regel 2 bis 4 Stunden später wieder entlassen werden. Trotzdem sollten Sie eine häusliche Betreuung bis 24 Stunden nach der Operation durch einen Angehörigen gewährleisten.
Einige Beispiele für Eingriffe oder Indikationen, die besonders für eine ambulante Durchführung in Frage kommen:

  • Entfernung von Hauttumoren oder Muttermalen,
  • Krampfaderoperationen,
  • Bandscheibenoperationen,
  • Leistenbruchoperationen,
  • Herzschrittmacher,
  • Entfernung von Rachenmandeln,
  • grauer Star (Katarakt),
  • grüner Star (Glaukom),
  • Arthroskopische Operationen.

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