Abrechnung bei Heilpraktikern, Heilmittelerbringern und Psychotherapeuten

Heilpraktiker

Für Leistungen des Heilpraktikers werden je nach Tarif 80 % bis 100 % der Kosten erstattet. Verschiedene Tarife sehen auch eine Begrenzung auf den Einfach- oder Höchstsatz des Gebührenverzeichnisses für Heilpraktiker (GebüH) vor.

Das Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker wird von den Heilpraktikerverbänden herausgegeben und gibt für bestimmte Leistungen des Heilpraktikers eine Abrechnungsspannbreite an.

nach oben

Psychotherapeuten

Bei tariflicher Abdeckung sind die Leistungen im ambulanten psychotherapeutischen Bereich häufig auf 20 oder 30 Sitzungen je Kalenderjahr beschränkt bei einer Kostenerstattungsquote von 80 % bis 100 %. Auch eine Staffelung der Kostenerstattungsquote absteigend nach Anzahl der Sitzungen ist möglich.

Teilweise ist eine vorherige Leistungszusage des Versicherers notwendig. Der Versicherungsschutz kann auch auf die Inanspruchnahme von ärztlichen Psychotherapeuten beschränkt sein.

Die Gebührenordnung für Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (GOP) ist die Grundlage der Leistungsvergütung.

Nach der GOP sind nur Leistungen berechnungsfähig, die in den Abschnitten B (Grundleistungen und Allgemeine Leistungen) und G (Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie) des Gebührenverzeichnisses der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) aufgeführt sind.

nach oben

Andere Gesundheitsberufe

Es gibt für Heilmittel keine amtliche Gebührenordnung wie z. B. für ärztliche/zahnärztliche Leistungen. Daher können Physiotherapeuten, Podologen oder Logopäden prinzipiell die Preise für ihre Leistungen selbst festlegen beziehungsweise mit Ihnen als Patient vereinbaren.

Wenn es keine gebührenrechtliche Bestimmung gibt, ist für eine Leistung der „übliche“ Preis zu berechnen. Was als der „übliche“ Preis anzusehen ist, wird kontrovers diskutiert. Für die Private Krankenversicherung ist es der Betrag, der auch für die Behandlung von gesetzlich Krankenversicherten in Rechnung gestellt wird. In der gesetzlichen Krankenkasse sind rund 90 % der Bevölkerung versichert, sodass dort die überwiegende Mehrzahl von Leistungen der Heilberufler erbracht wird.

Oft verlangen Angehörige der Heilberufe von Privatversicherten höhere Preise als von gesetzlich Versicherten. Höhere Preise sollten jedoch immer Ausdruck einer entsprechenden Leistung sein, z. B. einer längeren Behandlungsdauer.

Die Beihilfestellen haben für Beamte Erstattungshöchstsätze für Heilbehandlungen vorgesehen. Diese liegen über den Sätzen der gesetzlichen Krankenkassen. In der Regel werden von der Privaten Krankenversicherung diese Erstattungshöchstsätze akzeptiert. Darüber hinausgehende Preisforderungen für Heilbehandlungen müssen sich durch ein signifikant verbessertes Leistungsangebot im Vergleich zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen rechtfertigen.

nach oben

  • print
  • Mail